Hundegold

(c) Carolina Frank

Ich werde mich doch um Himmels willen hüten, aus diesem Platz hier eine Hundekolumne zu machen.

Ich werde mich doch um Himmels willen hüten, aus diesem Platz hier eine Hundekolumne zu machen. Wobei ich in meinem weiteren und engeren Umfeld schon erlebe, der Hund interessiert die meisten Menschen fast mehr als die Kinder (von mir will ich gar nicht reden). Vonseiten der „Schaufenster"-Leitung wurde schon zum zweiten Mal angemerkt, dass Dog-Content ein absoluter Quotenbringer sei. Und sogar meine Mutter hat mich tatsächlich von sich aus angerufen, um zu fragen, wie es uns denn mit dem Hund geht; nein, falsch, wie es dem Hund (mit uns) geht. Ich kann mich nicht an ein ähnlich leb­haftes Interesse erinnern, als zum Beispiel der Jüngste eine gute Woche bei uns war. Um es kurz zu machen: Alles gut, danke der Nachfrage! Allerdings würde ich die Schlagzeile „Das Gold des Forschers ist die Losung" aus der vergangenen Samstags-„Presse" für den Welpenbesitzer so nicht eins zu eins unterschreiben. Wenn Sie wissen, was ich meine. Der Hund und der Mittlere sorgen derzeit jedenfalls für die meiste Abwechslung, während der Älteste und der Jüngste grundvernünftig, ja fast schon gesetzt zu nennen sind. Der Mittlere macht in seinem Übermut den Fehler, sich hie und da zu tief in die Karten schauen zu lassen. Als ich ihn frage, ob er nicht Italienisch lernen muss (er hat am nächsten Tag Schularbeit), sagt er „Voll", um unverändert sitzen zu bleiben. Als ich „Und?" sage und ihn anschaue, lacht er und sagt, er habe herausgefunden, dass es manchmal eine gute Taktik sei, dem Gegenüber einfach nur recht zu geben. Ob man mit diesem Learning bei einer Italienischschularbeit reüssieren kann, weiß ich nicht, außerhalb der Schule aber jedenfalls. Wäre ich Forscher, gäbe es nun wieder Gold zu finden; da ich nur Welpenpapa bin, hole ich eben die Küchenrolle.