Kickl hatte kein Problem mit Asyl-Quartier in Drasenhofen

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APA/HELMUT FOHRINGER

Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner hat das umstrittene Quartier am Freitag zumindest vorübergehend geschlossen, die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge wurden in eine andere Unterkunft der Caritas gebracht.

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) will sich zwar in innerniederösterreichische Angelegenheiten nicht einmischen, er selbst hatte mit dem umstrittenen Asylquartier für auffällige und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Drasenhofen aber sichtlich kein Problem. "Einen Wachdienst und einen Zaun - das alles gibt es auch in Traiskirchen. Wenn man aufs Land rausfährt, hat fast jede Liegenschaft einen Zaun", meint er gegenüber der Zeitung "Österreich".

Die Unterkunft wurde am Freitag auf Verlangen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zumindest vorübergehend geschlossen, nachdem die Kinder- und Jugendanwaltschaft die Unterkunft für ungeeignet eingestuft hatte, unter anderem weil es einen Stacheldraht um das Gelände gab.

Nach der Schließung sind die Jugendlichen noch am Freitagabend in neue Quartiere überstellt worden. Neun der dort untergebrachten minderjährigen Burschen wurden in einer Flüchtlingsunterkunft der Caritas in Maria Enzersdorf untergebracht. Das gab Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner über Facebook bekannt.

Waldhäusl denkt nicht an Rücktritt

Der für das Flüchtlingswesen zuständige Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) bedauerte die Schließung. An Rücktritt denkt Waldhäusl "überhaupt nicht", obwohl er von Landeshauptfrau Mikl-Leitner overruled wurde.

Einmal mehr betonte der Landesrat am Freitagabend in der "ZiB2" des ORF, dass es sich bei den minderjährigen Flüchtlingen um "Unruhestifter" gehandelt habe, die keine andere Einrichtung mehr zurückgenommen habe. Die Jugendliche seien etwa wegen Nötigung, schwerer Körperverletzung und Suchtgifthandels aufgefallen. Sie stünden jenen, die sich integrieren wollten, im Weg. Dass die jungen Männer das Quartier in Drasenhofen nicht verlassen durften, bestreitet Waldhäusl. Sonst hätten nicht schon am zweiten Tag acht von ihnen untertauchen können.

(APA/Red.)

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