Es waren nur ein paar Worte, die der US-Notenbankchef dieser Tage äußerte. Sie aber könnten dazu führen, dass Geld aus den USA abfließt. Und zwar dorthin, wo es sich zuletzt gar nicht wohlgefühlt hat.
New York. Es ist immer wieder beachtlich, wie ein paar Worte des wichtigsten Zentralbankers der Welt Investoren verrückt spielen lassen. Das Zinsniveau in den USA sei „gerade noch“ unter dem sogenannten neutralen Level, verkündete Notenbankchef Jerome Powell vergangene Woche. Und schwuppdiwupp, in kürzester Zeit legten die wichtigsten Aktienindizes wahre Kurssprünge hin.
Das hat schon seinen Grund, man kann diese Ansage Powells kaum überbewerten. Der Leitzins der Fed ist die wichtigste Messzahl für die Weltwirtschaft. Erhöht die Washingtoner Zentralbank die Zinsen, werden Kredite teurer, investieren Firmen weniger, sparen Konsumenten mehr. Das droht die Konjunktur zu bremsen, und mit ihr die Aktienkurse. Aktuell steht der US-Leitzins bei einem Band von zwei bis 2,25 Prozent. Bis vor Kurzem gingen Marktbeobachter davon aus, dass der neutrale Level, also jener Wert, bis zu dem die Fed letztlich gehen wird, bei etwa drei Prozent liegt. Und nun: könnte schon früher Schluss sein.