Ich habe schon vor einiger Zeit einmal in dieser Kolumne über dieses Thema geschrieben: Wie kann man als Investor zwischen “Signal” und “Noise” unterscheiden. Also zwischen Meldungen, die echte Signale sind, auf die man mit einer Strategieänderung reagieren muss, und jenen Meldungen, die nur Lärm, also „Noise“ sind und die wir daher getrost ignorieren sollten? Nate Silver hat das klassische Buch zu diesem Thema geschrieben, das weiterhin (trotz seiner katastrophalen Fehlprognose für Clinton / Trump) gültig bleibt.
Das Thema ist brisant: Ist Italien ein echtes Risiko? Ist BREXIT wichtig? Ist cliff edge / hard / soft BREXIT ein Thema für mein Portfolio? Sollte man sich auf chinesische Wachstumszahlen fokussieren? Auch viele meiner Gespräche mit institutionellen Investoren kreisen um diese Themen. Die Kurzantwort ist: viele dieser Faktoren stellen ein Restrisiko für die Märkte dar, sind aber nicht die echten Treiber für meinen Marktausblick. Der wird vielmehr unverändert vom Wirtschaftswachstum und, damit gekoppelt, dem Ausblick für Unternehmensgewinne bestimmt: Die Weltwirtschaft nähert sich ohne Zweifel dem Ende des aktuellen Wirtschaftszyklus. Es ist noch unklar, ob wir eine Rezession oder nur ein Periode schwächeren Wachstums bekommen aber der Wachstumsgipfel ist jedenfalls hinter uns. In diesem „late cycle“ gibt es aber typischerweise noch eine Phase, in der der Markt substantielle Gewinne macht und diese Phase gilt es nicht zu versäumen. Was also tun?
Annie Duke hat diesem Thema ihr wunderbares neues Buch „Thinking in Bets“ gewidmet. Sie geht davon aus, dass jede Entscheidung die wir treffen im Endergebnis eine Wette ist. Wir müssen begrenzte Ressourcen in einem Zustand der Unsicherheit einsetzen. Sehr oft formulieren wir Fragen als „Alles oder Nichts“-Entscheidungen: Soll ich Aktien halten oder verkaufen? Duke empfiehlt, die Realität viel öfter als Grauzone zu sehen, in der viele kleine graduelle Entscheidungen gefragt sind. Und wir können die Qualität unserer Entscheidungen maßgeblich steigern, indem wir mehr Augenmerk auf den Entscheidungsprozess legen. Damit sehen wir auch unsere Entscheidungen als ein Kontinuum von vielen kleinen Wetten, die richtig oder falsch sein können, aber aus denen wir jedes Mal wieder für unseren Entscheidungsprozess lernen können.
Für mein Portfolio heißt das, dass ich - wie schon im Herbst angekündigt - etwas Risiko herausnehme aber weiter in Aktien investiert bleibe. Insgesamt bin ich jetzt, verglichen mit meiner langfristigen Anlagestrategie, neutral. Soll ich wegen der letzten Nachrichten über BREXIT oder Italien alles in Cash legen? Nein. Mein Entscheidungsprozess bleibt auf das Wirtschaftswachstum und die Gewinne fokussiert und ich passe meine Strategie auch weiterhin langsam diesen Faktoren an.
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