Deutliche Gewinne an der Wiener Börse

Europaweit zogen die Börsen zu Wochenbeginn deutlich an. Auch der Wiener Leitindex ATX hat klar im Plus geschlossen.

Der ATX stieg  am Montag um 36,31 Punkte oder 1,18 Prozent auf 3.111,25 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,77 Prozent, DAX/Frankfurt +1,94 Prozent, FTSE/London +1,18 Prozent und CAC-40/Paris +1,14 Prozent.

Europaweit zogen die Börsen deutlich an. Angetrieben wurden sie von den neuesten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Beim G-20-Gipfel in Buenos Aires haben sich Chinas Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump auf einen Fahrplan zur Beilegung des Konflikts geeinigt. Bei einem zweieinhalbstündigen Arbeitsessen zum Schluss des Gipfels vereinbarten die beiden unter anderem, auf Zollerhöhungen ab Jänner zu verzichten.

Beide Seiten wollten sich bemühen, binnen 90 Tagen ihre Streitigkeiten bei zahlreichen Punkten beizulegen, teilte das US-Präsidialamt am Samstag mit. Um das Ungleichgewicht im Handel abzubauen, habe China zugesagt, mehr US-Produkte zu kaufen. Beide Seiten sprachen von positiven und konstruktiven Gesprächen.

An der Wiener Börse wurden die Nachrichten sehr positiv aufgenommen. Der ATX lag in der Spitze knapp 2,5 Prozent im Plus. Im Späthandel gab der Leitindex seine Gewinne teilweise wieder ab. Zuvor hatten die US-Börsen zwar fester eröffnet. Allerdings waren die Gewinne etwas geringer ausgefallen als die Futures am Vormittag noch angedeutet hatten.

Bei den Einzelwerten in Wien setzten sich die Aktien setzten sich die Aktien des stark in China engagierten Leiterplattenherstellers AT&S mit einem Plus von 3,62 Prozent auf 18,32 Euro an die Indexspitze. Sehr fest zeigten sich auch die Bankaktien BAWAG (plus 3,42 Prozent auf 40,12 Euro) und Raiffeisen (plus 3,00 Prozent auf 26,82 Euro).

Auch Ölaktien waren gut gesucht. Schoeller-Bleckmann zogen um 3,11 Prozent auf 76,20 Euro an und OMV stiegen um 1,28 Prozent auf 45,19 Euro. Die Ölpreise lagen am frühen Abend über zweieinhalb Prozent im Plus.

Klar nach oben ging es außerdem für die Titel der voestalpine. Mit einem Plus von 2,15 Prozent auf 29,98 Euro gingen sie allerdings deutlich unter ihrem Tageshoch von 31,08 Euro aus dem Handel. Die Titel des Linzer Stahlunternehmens waren in den vergangenen Monaten unter anderem vom Handelsstreit und dessen Auswirkungen auf die Automobilbranche belastet worden. Mit einem Minus von über 39 Prozent sind sie mit deutlichem Abstand der Wert im Leitindex mit der schwächsten Performance im bisherigen Jahresverlauf.

Im breiter gefassten ATX Prime stiegen die Aktien der Polytec um 3,42 Prozent auf 9,38 Euro. Für die Titel des oberösterreichischen Autozulieferers ist das bisherige Börsenjahr noch schlechter verlaufen, sie haben seit Jahresbeginn rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt.

Verluste verzeichneten dagegen die Aktien von Zumtobel. Sie fielen im Vorfeld der morgigen Zahlenvorlage um 0,86 Prozent auf 8,63 Euro. Für das zweite Quartal erwarten von der APA befragte Analysten einen leichten Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 298 Mio. Euro. Das Nettoergebnis prognostizieren die Wertpapierexperten mit 4,5 Mio. Euro positiv, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 2,0 Mio. Euro zu Buche gestanden war.