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Zwischenbericht über "dunkle Flecken" der FPÖ liegt vor

Philippa Strache, Vizekanzler Heinz-Christian Strache
Philippa Strache, Vizekanzler Heinz-Christian StracheAPA/HANS PUNZ

Eine Kommission aus Historikern soll die Parteigeschichte untersuchen. Präsentiert werden dürften die ersten Ergebnisse später als geplant - auch wegen des nahenden Geburtstermins des Kindes von Vizekanzler Strache.

Die von der FPÖ eingesetzte Historikerkommission, die die Parteigeschichte mit Fokus auf "dunkle Flecken" aufarbeiten soll, hat ihren Zwischenbericht fertiggestellt. Das sagte Kommissions-Leiter Wilhelm Brauneder in der Dienstagausgabe des "Standard". Präsentiert werden dürften die ersten Ergebnisse aber wohl erst Anfang kommenden Jahres, hieß es am Dienstag aus der FPÖ.

Ursprünglich war seitens der Partei geplant gewesen, die Ergebnisse bis Jahresende der Öffentlichkeit vorzustellen. Wegen Termin-Engpässen will man dies nun vermutlich erst nach dem Jahreswechsel tun - im Büro von Parteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache verwies man unter anderem auch auf die rund um die Weihnachtsfeiertage erwartete Niederkunft von Straches Ehefrau Philippa.

Der "Standard" berichtete, eine ursprünglich für den heutigen Dienstag geplante Pressekonferenz zum Thema sei aus terminlichen Gründen verschoben worden. "Es gibt den vorläufigen Bericht, den ich für Vizekanzler Heinz-Christian Strache abgefasst habe", sagte der frühere FPÖ-Politiker und Jurist Brauneder zu dem Blatt. Es werde jedenfalls "keine Heimlichtuerei" betrieben, versicherte er.

Namen von Historikern gelüftet

Weiters verriet er einige Namen von Historikern, die an dem Bericht mitgearbeitet hatten. "Analysen zu den FP-Parteiprogrammen, Grundsatzreden und sonstigen Niederschlag etwa in den stenografischen Protokollen" hat demnach der Historiker und Lektor an der Webster Vienna Private University, Thomas Grischany, verfasst. Das Thema NS-Vergangenheit von FPÖ-Funktionären habe sich der Historiker und Jurist Michael Wladika angesehen.

Einen Beitrag zur Südtirolpolitik der FPÖ wurde vom früheren FAZ-Redakteur Reinhard Olt verfasst. Ebenfalls mit dabei ist der FPÖ-Haushistoriker Lothar Höbelt: "Er widmet sich der Anfangsgeschichte von VdU und FPÖ - insbesondere in Oberösterreich", sagte Brauneder. Mit dem Zwischenbericht soll es allerdings noch nicht getan sein, wie der ehemalige Dritte Nationalratspräsident betonte. Es werde nach der Präsentation "weitere Schritte" geben, "um das Ganze zu vertiefen und zu ergänzen".

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Ein weiteres Feld sei etwa das "Stichwort ,Deutschtümelei'", so Brauneder, außerdem will man noch die "Sicht von außen" auf die FPÖ beleuchten. Ebenfalls geplant ist ein Kapitel zum Thema Restitution unter der schwarz-blauen Koalition in der Ära Wolfgang Schüssel (ÖVP). Hier sei man noch auf der Suche nach Wissenschaftlern. Auch zum Burschenschaftsbereich wurde bereits recherchiert: "Wir haben über den Burschenschaftsbereich einen Beitrag vom Historiker und Wissenschaftsjournalisten Martin Haidinger", sagte Brauneder zum "Standard".

Die FPÖ-"Historikerkommission" unter Vorsitz Brauneders wurde in Folge der sogenannten "Liederbuchaffäre" in der Burschenschaft des zwischenzeitlich zurückgetretenen (und mittlerweile in die Politik zurückgekehrten) Spitzenkandidaten bei der niederösterreichischen Landtagswahl, Udo Landbauer, eingesetzt. Mitglieder der parteiinternen "Referenzgruppe", die den Prozess koordiniert, sind neben Andreas Mölzer Ehrenparteichef Hilmar Kabas, die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Volksanwalt Peter Fichtenbauer, die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel, der stellvertretende Parteichef Harald Stefan, der Vorarlberger Parteichef Bösch sowie Parlamentsklubdirektor Norbert Nemeth.

>>> Bericht im "Standard"

(APA)