Noten im Nationalrat: Neos gegen Show-Politik

Symbolbild: Schulzeugnis.
Symbolbild: Schulzeugnis.(c) APA

Heute wird die fixe Einführung der Ziffernnoten beschlossen. Dagegen wird protestiert.

Wien. Es ist eine Schulreform, die für breiten Widerstand sorgt: Das sogenannte Pädagogikpaket, das am heutigen Mittwoch im Nationalrat beschlossen werden soll. Ein zentrales Element, das in seinen Grundzügen bereits im türkis-blauen Regierungsprogramm festgeschrieben wurde: Nach spätestens zwei Volksschuljahren müssen wieder verpflichtend Ziffernnoten vergeben werden.

Vor dem Beschluss planen allerdings die Neos eine Attacke auf die Koalition: Sie stellen eine Dringliche Anfrage an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Denn mit der Performance des früheren Universitätsprofessors sind die Neos alles andere als zufrieden: „Faßmann hat sich als Wissenschaftler selbst aufgegeben“, ärgert sich Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. Überhaupt sei die Regierung jetzt ein Jahr im Amt und habe in der Zeit so gut wie keine Experten angehört und stattdessen bloß Überschriften und Show-Politik produziert.

Sie sind nicht die Einzigen, die unzufrieden sind. Die Elterninitiative „Kinderköpfe“, die bereits vergangene Woche protestierte, wollte am gestrigen Abend nochmals ihren Unmut mit dem aktuellen Kurs in der Bildungspolitik der Regierung kundtun – darunter auch die Ziffernnoten.

Die Eltern setzen sich grundsätzlich für mehr Schulautonomie ein und haben dafür bisher 4000 Unterschriften gesammelt. Faßmann habe sich vergangene Woche nicht die Zeit genommen, ihre Petition persönlich entgegenzunehmen – so wie auch zwei andere Petitionen gegen Noten und Deutschklassen.

 

Auch alternative Beurteilung

Das Pädagogikpaket der Regierung geht über die Ziffernnoten hinaus: In allen Klassen müssen die Schüler zumindest zusätzlich zu den Noten auch alternativ mit Kompetenzrastern beurteilt werden. Zudem können Volksschüler ab der zweiten Klasse wieder sitzen bleiben. An den Neuen Mittelschulen (aus deren Namen das „Neu“ gestrichen wird) wird die bisherige siebenteilige Notenskala durch zwei fünfteilige ersetzt. Die Mittelschulen können außerdem wieder Leistungsgruppen einführen. (APA/red.)