„Die CEU ist keine Bedrohung“

Uni Wien-Rektor Heinz Engl, Bgm. Michael Ludwig (SPÖ), StR Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) und WWTF-Präs. Michael Häupl.
Uni Wien-Rektor Heinz Engl, Bgm. Michael Ludwig (SPÖ), StR Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) und WWTF-Präs. Michael Häupl.(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)

Bürgermeister Ludwig und Altbürgermeister Häupl bekräftigen Unterstützung für die Central European University – und kritisieren Straches „Wanderuniversität“-Sager.

Wien. Auch als Nicht-Mehr-Bürgermeister ist Michael Häupl (SPÖ) noch ein Garant für knackige Sager. „Der Herr Strache soll sagen, was er will. Das ist mir eigentlich in der Zwischenzeit völlig wurscht“, sagte Häupl. Und kommentierte es dann, als Chef des Wiener Wissenschaftsfonds, doch. Den Begriff der „Wanderuniversität“, mit dem der FPÖ-Vizekanzler die Central European University (CEU) bedachte, könne er nicht nachvollziehen.

Er sei sehr dafür gewesen, der Privatuniversität, die nach Problemen mit der ungarischen Regierung jetzt nach Wien übersiedelt, „intellektuelles Asyl“ zu gewähren, sagte Häupl beim gestrigen Pressegespräch zum Wissenschaftsstandort Wien. Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bekräftigte die Unterstützung der Stadt Wien für die Central European University nochmals. Den Sager von Strache kritisierte auch er: „Da hat man das Prinzip der Universität nicht ganz verstanden.“

„Alles andere als eine Wanderuniversität“ ist die CEU für Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ). „Ich hoffe, dass sie hier eine schöne Heimat findet.“ Wo genau sie anfänglich untergebracht sein wird, ist noch nicht ganz klar. Fix ist, dass die im Endausbau bis zu 1500 Master- und PhD-Studierenden ab 2023 auf dem Gelände des Otto-Wagner-Spitals lernen werden. 17 der 43 Pavillons dort sind für die Universität vorgesehen. Die Verhandlungen der Uni über ein noch nicht bekannt gegebenes privates Übergangsquartier sind laut Bürgermeister fast abgeschlossen.

Ab dem Wintersemester 2019 starten alle Studierenden, die US-Diplomstudiengänge der von US-Milliardär George Soros gegründeten Universität belegen, in Wien. Gerechnet wird mit rund 500 Anfängern. Begonnene Studien werden in Budapest fortgesetzt. Ein Fünftel der Studiengänge bleibt in Budapest. Es handelt sich dabei um die, die in Ungarn zertifiziert sind und keine US-Diplome vergeben.

 

Rektor erwartet Synergien

Positiv sieht auch Heinz Engl, Rektor der Uni Wien, die neue Privatuniversität. „Man würde meinen, Unis scheuen sich vor Konkurrenz“, sagte er. „Ganz im Gegenteil: Die CEU ist aus unserer Sicht sehr willkommen.“ Sie sei in einigen Gebieten stark, in denen auch die Uni Wien stark sei, etwa in den Cognitive Sciences. Der Rektor erwartet sich daher Synergien. „Die CEU ist eine Bereicherung und nicht irgendeine Form der Bedrohung“, sagte auch Häupl.

Wien sei schon ohne die neuen CEU-Studierenden die größte Studentenstadt im deutschsprachigen Raum – mit der Universität Wien als der größten und ältesten Hochschule, sagte Ludwig. Die Wissenschaftsleistungen wolle man zukünftig auch stärker sichtbar machen, sagte Kaup-Hasler. Und es gelte auch, die Menschen, die zum Studieren hierherkämen, als Forscher hier zu halten. „Wir müssen versuchen, ihnen durch verschiedenste Anreize ein weiteres Beschäftigungsfeld zu ermöglichen.“

Häupl betonte in seiner Funktion als Präsident des WWTF, der jährlich zwölf bis 15 Millionen Euro vergibt, noch einmal „das Mantra, das Sie schon viele Jahre von mir ertragen müssen“: Wissenschaft und Forschung seien von eminenter Bedeutung für das Land, für die Kinder und Enkelkinder.

Das Amt beim Wissenschaftsfonds, das er seit 15 Jahren innehat, sei übrigens nicht nur geschaffen worden, damit er etwas zu tun habe. Obwohl: „Kein Mensch will, dass ein Ex-Bürgermeister nichts mehr zu tun hat, das verstehe ich. Es ist gescheiter, wenn er was zu tun hat. Dann kommt er nicht auf blöde Ideen.“ (beba)