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Erfolg ist keine Frage des Geschlechts

Christine Dornaus, Vorstandsdirektorin Wiener Städtische Versicherung, weiß, was von Frauen in Führungspositionen gefordert ist.(C) Wiener Städtische/Ian Ehm, Foto Tschank, WKSchwaz
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Welches Umfeld braucht Unternehmertum? Christine Dornaus im Interview.

Die Wiener Städtische Versicherung gilt als Vorzeigeunternehmen bezüglich des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Wie kommt es dazu, und warum ist das wichtig?

Christine Dornaus: Die Förderung von Frauen ist bereits seit Jahrzehnten in der Wiener Städtischen fest verankert. Es ist Ausdruck einer egalitären, zukunftsorientierten Unternehmensphilosophie, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen und den Anteil der weiblichen Führungskräfte zu erhöhen. Das spiegelt sich auch im Vorstand und in der zweiten Führungsebene wider – mit einem Frauenanteil von jeweils einem Drittel. Die berufliche Gleichstellung ist für uns eine Selbstverständlichkeit und wird tagtäglich gelebt. Aus diesem Grund unterstützen wir den Unternehmerinnen- Award auch heuer sehr gern.

Welche Bedingungen braucht es in der Wirtschaft,
um Frauen das Unternehmertum schmackhaft zu machen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass unternehmerischer Erfolg von vielen Faktoren abhängig ist – das Geschlecht zählt jedoch nicht dazu. Und ich glaube auch, dass es vor allem um die unternehmerische Persönlichkeit geht: Ehrgeiz, Mut, unkonventionelles Denken, ein Gespür fürs Geschäft und für digitale Trends sind Grundlagen, die – unabhängig davon, ob Mann oder Frau – eine Idee oder ein Unternehmen zum Erfolgsprojekt machen. Bei einer Unternehmensgründung – an sich ja etwas sehr Positives – stehen oftmals die Risken mehr als die Chancen im Fokus. Und das erzeugt naturgemäß Unsicherheiten.

Wünschenswert ist ein Umfeld, in dem die Chancen und Möglichkeiten in den Vordergrund gerückt werden. Gerade in der Start-up-Szene habe ich das Gefühl, dass das bereits stark gelebt wird.

Mit welchen Problemen sind Frauen eher konfrontiert als Männer?

Ich glaube, dass Frauen bei der Gründung eines Unternehmens in einer ähnlichen Ausgangslage
wie Männer sind. Vielleicht mangelt es manchmal am Selbstbewusstsein, das Projekt auf Schiene zu bringen. An guten Ideen und der Bereitschaft, sich kompromisslos auf Neues einlassen – aus meiner Sicht ein Muss, wenn man erfolgreich sein möchte –, mangelt es jedenfalls nicht. Das zeigen die vielen herausragenden Einreichungen beim Award. Das stimmt mich auch zuversichtlich für die Zukunft. Ich freue mich schon auf die erfolgreichen Nominierungen.

Welche Bedeutung kommt dem Unternehmerinnen-Award zu?

Der Unternehmerinnen-Award ist schon nach wenigen Jahren zu einer wichtigen Instanz geworden. Er zeichnet erfolgreiche Frauen aus und ist mit seiner Vorbildwirkung von großer Bedeutung. Der Award soll vor allem Frauen ermutigen, ihre unternehmerischen Ideen in Angriff zu nehmen, sie selbstbewusst umzusetzen, um dann vielleicht in einigen Jahren ebenfalls ausgezeichnet zu werden.

„Die berufliche Gleichstellung ist für uns eine Selbstverständlichkeit, die auch tagtäglich gelebt wird.“

Christine Dornaus, Vorstandsdirektorin