KAGIS rüttelt Markt für GIS-befreite Fernseher auf

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Nach NoGis und Pop-Tech gibt es einen dritten Anbieter von Fernsehgeräten ohne TV-Tuner. KAGIS sorgt mit den deutlich günstigeren Modellen für einen Preissturz bei den Mitbewerbern. Doch das gebührenbefreite Fernsehen könnte ein Ablaufdatum haben.

Der Markt für GIS-freie Fernseher ist in Österreich recht überschaubar. Lediglich zwei Anbieter gibt es, die Geräte ohne TV-Tuner verkaufen. Der Österreicher Stefan Warecka will gemeinsam mit Thomas Fleckl den Markt aufrütteln. Und das mit ersten Erfolgen.

Unter dem Namen "KAGIS" bieten sie drei verschiedene Modelle an. Darunter auch ein 4K-Modell. Die Geräte stammen vom Hersteller Sunny aus der Türkei. "Das Unternehmen produziert für bekannte Hersteller und hat in der Türkei eigene Geräte ohne TV-Tuner am Markt", erklärt Warecka im Gespräch mit der "Presse". Man hätte zwar auch mit LG zusammenarbeiten können. Immerhin vertrauen mehr als 26 Hersteller, darunter auch Panasonic, auf die koreanischen LG-Panels. "Dort hätten wir aber unter 10.000 Geräten gar nicht erst anklopfen müssen", erklärt der KAGIS-Gründer, der seit Jahren erfolgreich einen YouTube-Channel betreibt.

Für Sunny als Partner sprachen die Qualität, die schnellen Lieferzeiten und, dass man sich vor Ort einen Überblick über die Produktionsstätten verschaffen konnte. Schlussendlich war auch der Preis ausschlaggebend.

Zwischen 300 und 600 Euro sind die Geräte günstiger als die der Konkurrenz. NoGis und Pop-Tech haben bereits auf den neuen Mitbewerber reagiert. Bis zu 200 Euro wurden die Geräte günstiger. Der Preisdruck wird nicht nachlassen, denn 2019 planen die KAGIS-Gründer die Einführung eines 65-Zoll-Modells und auch Android-TV-Geräte sollen ins Sortiment aufgenommen werden.

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2015 hat das Verwaltungsgerichtshof geurteilt, dass Fernseher ohne TV-Tuner keine "empfangsfähigen" Geräte sind, sondern Monitore und daher GIS-befreit sind. Die Geräte der drei Anbieter können dann mit einem Fire-TV-Stick oder einem Apple-TV betrieben werden.

Ob die gebührenbefreiten Fernseher aber Zukunft haben, bleibt abzuwarten. Kürzlich urteilte der Europäische Gerichtshof, dass die Einhebung eines Rundfunkbeitrags zulässig ist. In Deutschland wird nämlich eine Haushaltsabgabe in Höhe von monatlich 17,50 Euro eingehoben. Dem Urteil zufolge ist es egal, ob überhaupt ein empfangsfähiges Gerät vorhanden ist. Ein Modell, das in der Schweiz erst Anfang des Jahres von 71,6 Prozent der Wahlberechtigten bestätigt wurde.

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