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"Gelbwesten" trotzen der Terrorangst

Vergangenes Wochenende war es bei den vierten landesweiten Protesten an einem Samstag in Folge wieder zu Ausschreitungen gekommen.REUTERS/Stephane Mahe
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Trotz des Anschlags auf einen Weihnachtsmarkt in Straßburg wollen Frankreichs Regierungskritiker auch am Samstag wieder auf die Straße gehen. Die Behörden sind nervös.

Trotz der Zugeständnisse der Regierung und dem Anschlag in Straßburg wollen am Samstag wieder tausende "Gelbwesten" in Frankreich auf die Straße gehen. Allein in Paris werden in Erwartung neuer Ausschreitungen 8000 Sicherheitskräfte mobilisiert, sagte die Polizei.

Die Polizei in der Hauptstadt bereitet sich laut Delpuech auf die "schlimmstmögliche Situation" vor und trifft ähnliche Sicherheitsvorkehrungen wie am vergangenen Wochenende. Neben 8000 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, seien 14 gepanzerte Fahrzeuge im Einsatz. Ab Freitagabend griffen zudem verschärfte Kontrollen von Menschen, die nach Paris reisen. Sie sollen etwa auf Waffen überprüft werden.

Der französische Innenminister Christophe Castaner sagte dem Sender Europe 1, die Regierung werde angesichts der angespannten Sicherheitslage die "Maßnahmen weiterentwickeln". "Wir sind mit Angriffen konfrontiert, die wir nicht im Rahmen von Demonstrationen bewältigen, die nicht angemeldet sind und keine einzige Regel respektieren."

"Gelbwesten" sind gespalten

Vergangenes Wochenende war es bei den vierten landesweiten Protesten an einem Samstag in Folge wieder zu Ausschreitungen gekommen. In ganz Frankreich wurden knapp 2000 Menschen festgenommen, gut die Hälfte davon in Paris.

Nach dem Anschlag vom Dienstag in Straßburg hatte die Regierung die Protestbewegung zum Verzicht auf weitere Demonstrationen aufgerufen. Sie begründete dies mit der extremen Belastung der Sicherheitskräfte durch das Attentat. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde der Weihnachtsmarkt, auf dem ein Attentäter drei Menschen tötete, am Freitag wieder geöffnet.

Die Protestbewegung ist jedoch uneins, ob sie dem Appell Folge leisten sollte. Viele "Gelbwesten" wollen trotzdem auf die Straße gehen, da ihnen die Zugeständnisse der Regierung nicht ausreichen. Moderate Vertreter rufen dagegen zu einem vorläufigen Proteststopp auf.

Präsident Emmanuel Macron hatte zu Wochenbeginn einen Zuschlag von 100 Euro monatlich für Mindestlohn-Bezieher angekündigt, die Befreiung von Überstunden-Zuschlägen von Steuern und Abgaben sowie Entlastungen für Pensionisten mit weniger als 2000 Euro monatlich.

(APA/AFP)