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Christian Zandonella: Gleiche Chancen? Selbstverständlich!

Für Christian Zandonella, General Manager im Hotel The Ritz-Carlton, Vienna, ist Gleichberechtigung die gelebte Norm.
Für Christian Zandonella, General Manager im Hotel The Ritz-Carlton, Vienna, ist Gleichberechtigung die gelebte Norm.(c) Simonis Wien
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Im Hotel The Ritz-Carlton, Vienna, das auch 2018 wieder den Unternehmerinnen-Award ausrichtet, wird Gleichberechtigung schon heute gelebt.

Die Presse: Inwiefern ist Chancengleichheit zwischen Frau und Mann in Ihrem Unternehmen Thema?

Christian Zandonella: Gleichberechtigung ist Teil unserer DNA und unserer Unternehmensphilosophie. Sie ist eine absolute Selbstverständlichkeit. Das zeigt sich daran, dass im The Ritz-Carlton, Vienna rund die Hälfte aller Führungspositionen weiblich besetzt ist. Dafür benötigen wir im Übrigen keine Quotenregelung. Wir stellen nach dem Prinzip des besten Talents ein. Dass bei uns trotzdem etwa gleich viele Damen wie Herren als Führungskräfte wirken, ist ein schöner Beleg dafür, wie Chancengleichheit und Gleichberechtigung auch konkret gelebt wird.


Welche Führungspositionen nehmen Damen in Ihrem Haus ein?

Die Palette ist bunt gefächert, Frauen sind in jeder Abteilung präsent. In der grundsätzlich von Männern dominierten Welt der Sommeliers stellen wir mit Chef-Sommelière Sindy Kretschmar eine Dame, die im Falstaff-Restaurantguide 2018 zur Sommelière des Jahres gewählt wurde. Auch unsere neu eröffnete Bar con Cucina, Pastamara, wird von einer Frau geführt. Die Rezeptionsleitung ist ebenfalls in weiblicher Hand. In der D-Bar mixen zwei Damen als Barkeeperinnen die Cocktails. Das sind nur einige Beispiele, die aufzeigen, dass für Frauen in unserem Haus alles möglich ist.

Stellen Sie punkto Kompetenzen und Führungsqualitäten Unterschiede zwischen Frauen und Männern fest?

Durchaus. Wir bemerken das bereits bei Bewerbungsgesprächen, zu denen Frauen in der Regel besser vorbereitet erscheinen. Nach unserer Erfahrung besitzen Frauen eine höhere emotionale Intelligenz. Wessen Stärke in einer durch kommunikative Fähigkeiten und Fachwissen begründeten Autorität liegt, der – beziehungsweise die – ist für Führungsaufgaben prädestiniert.


Chancengleichheit ohne Quotenregelung – was in Ihrem Haus funktioniert, scheint nicht in jedem Unternehmen zu klappen.

Leider ist das Selbstverständnis der Gleichberechtigung nicht überall gegeben. Dazu kommt, dass Mütter in Sachen Vereinbarkeit von Kind und Karriere sicherlich benachteiligt sind. Hier muss man natürlich aktiv für Chancengleichheit sorgen. Es gilt allgemein, in der freien Wirtschaft gleichberechtigte Verhältnisse zu schaffen. Insofern ist der Unternehmerinnen-Award, der die oftmals unterbewerteten Leistungen von Frauen besonders würdigt, eine Institution, die wir gern und mit Herzblut unterstützen. Dass wir das als aktuell männlich geführtes Haus tun, erhöht meiner Ansicht nach die Glaubwürdigkeit und zeigt die Größe des Awards.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2018)