Der reichste Japaner brachte in der Nacht die Mobilfunksparte von SoftBank an die Börse. Es war der größte IPO in der Geschichte des Landes. Dass das Debüt zum Flop wurde, hat handfeste Gründe.
Es war der größte Börsengang in der Geschichte Japans. Am Mittwoch Morgen platzierte die SoftBank 37 Prozent ihrer Mobilfunksparte in Tokio - und lukrierte dafür 2,65 Billionen Yen (20,7 Mrd. Euro). Der Handelsstart geriet dennoch zum Flop. Die Papiere sackten bei ihrem Debüt um über 14 Prozent ab. Investoren waren durch den kürzlichen und mehrstündigen Service-Ausfall des Mobilfunkbetreibers am 6. Dezember besorgt. Für Beunruhigung sorgte auch, dass das Unternehmen eng mit dem chinesischen Handyhersteller und Netzwerkausrüster Huawei kooperierte, der wegen Spionageverdachts in das Visier von US-Sicherheitsbehörden geraten ist. SoftBank hat die Kooperation aber angeblich bereits beendet.
Von den bisher 82 Börsengängen in diesem Jahr war der der SoftBank nur der siebte, der unter dem Angebotspreis eröffnet wurde. Unter den großen Börsengängen der vergangenen Jahre war Japan Display bei seinem Debüt 2014 der einzige Flop gewesen.
Die Platzierung der SoftBank war nach japanischen Medienberichten mit einem Faktor von weniger als zwei überzeichnet, was für japanische Verhältnisse wenig ist.
Zahlreiche Beteiligungen
Mit dem Börsengang der Mobilfunksparte will Softbank-Gründer Masayoshi Son, der als reichster Japaner gilt, die Marktkapitalisierung der gesamten Softbank-Gruppe steigern. Zur Zeit wird sie mit einem großen Abschlag gehandelt, weil die Firmenstrukturen sehr komplex sind. So ist die 29prozentige Beteiligung am chinesischen Online-Händler Alibaba im SoftBank-Kurs nicht adäquat abgebildet. SoftBank ist außerdem an Yahoo Japan, dem Chiphersteller ARM sowie den Fahrdienstvermittlern Uber und Didi beteiligt.
Son treibt mit der Mega-Platzierung die Neuausrichtung seines Imperiums voran. Der als Mobilfunk-Anbieter groß gewordene Konzern agiert inzwischen verstärkt als Technologie-Investor. Unter anderem mit einer massiven Geldspritze aus Saudi-Arabien setzte Son den rund 100 Mrd. Dollar (87,9 Mrd. Euro) schweren Vision Fund für Investitionen in Technologie-Unternehmen auf.
Nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul wurde vermehrt kritisiert, dass sich Softbank so stark auf Geld aus dem Land verlässt. Er wolle die durch Börsengang der Mobilfunktochter erzielten Mittel nutzen, um weiter in den Vision Fund zu investieren sowie um Schulden zurückzahlen, erklärte Son.
(ag./red.)