IWF: Griechenland muss seinen Banken helfen

Griechenland muss seinen Banken
Griechenland muss seinen Banken(c) Epa/epa Gouliamaki (Epa Gouliamaki)
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Griechenland muss für seine Anleihen hohe Risikoaufschläge zahlen, die Rede ist von sechs Prozent. Der IWF fordert nun ein Sicherheitsnetz für die Banken des Landes.

Griechenlands Banken brauchen nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kampf gegen die Schuldenkrise ein Sicherheitsnetz aus verschiedenen Maßnahmen. "Griechenland benötigt mehrere Jahre lang ernsthafte Reformen, um die schwierige Lage hinter sich zu lassen", sagte der IWF-Chef für Europa, Marek Belka. Die Maßnahmen müssten finanzieller und struktureller Natur sein und dem Bankensektor im Land helfen.

Die Schuldenlage müsse sich stabilisieren. Er hoffe aber weiterhin, dass Griechenland sich nicht an den IWF wenden müsse, um Hilfe zu erhalten.

Die EU-Staaten hatten vorige Woche einen Notfallplan für das südosteuropäische Land beschlossen. So springen die Euro-Länder und der IWF ein, wenn Griechenland sich nicht mehr selbst refinanzieren könnte.

Fünf Milliarden Euro vom Geldmarkt

Trotz der Hilfszusagen und der Emission eines siebenjährigen Bonds über fünf Milliarden Euro am Montag rechnet der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou nicht mit einer raschen Abnahme der Risikoaufschläge für griechische Anleihen. Es sei ein großer Fehler anzunehmen, dass die Spreads sofort einbrechen würden, sagte der Minister. Ein deutlicherer Rückgang sei erst im April und Mai zu erwarten. Zu dem Zeitpunkt muss Griechenland Schulden in Milliardenhöhe begleichen.

Die Ratingagentur Fitch erklärte, es sei sehr wahrscheinlich, dass sie die Bewertung Griechenlands in diesem Jahr nicht verändern werde. Die Agentur hielt an der Bonitätsnote BBB+ für das Land fest und blieb bei ihrem negativen Ausblick. Fitch-Analyst Chris Pryce sagte, er gehe davon aus, dass Griechenland in diesem Jahr sein Defizit auf die angepeilten 8,7 Prozent von 12,7 Prozent senken könne. Es sei wahrscheinlicher, dass die Regierung in Athen ihre Ziele erreichen werde, als dass sie verfehlt würden. Die EU müsse allerdings mehr Details vorlegen, wie sie Griechenland im Notfall zur Seite springen wolle.

Wenige Tage nach der EU-Einigung auf einen Notfallplan für Griechenland hat Athen gestern eine neue Anleihe zur Zahlung seiner Schulden aufgelegt. Wie bereits Anfang März war das Interesse wegen der hohen Zinsen, die das Land zahlen muss, groß: Die Angebote an den Staat beliefen sich auf mehr als 7 Milliarden Euro, wie aus französischen Bankenkreisen verlautete. Athen will mit dem Papier 5 Milliarden Euro einnehmen.

Sechs Prozent Zinsen?

Die Schuldenverwaltung in Athen hatte lediglich bekanntgegeben, dass die neue Anleihe eine Laufzeit von sieben Jahren habe. Käufern der Anleihe, die Athen damit das dringend benötigte Geld leihen, muss der griechischen Staat einen Zins zahlen. Laut der Finanzseite euro2day.gr, die sich auf Kreise des griechischen Finanzministeriums berief, waren es am Montag 6 Prozent. Das ist fast doppelt so viel, wie der deutsche Staat derzeit für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zahlt, aber weniger, als Griechenland noch im März zahlen musste. Die Märkte hatten auf die Einigung der Staats- und Regierungschef der EU auf den Notfallplan mit Zinsabschlägen reagiert.

Griechenland benötigt bis Ende Mai rund 20 Mrd. Euro, um seine Schulden zurückzuzahlen. Im ganzen Jahr sind es 54 Mrd. Euro. Im Jänner hatte Athen bereits eine fünfjährige Anleihe ausgegeben, Anfang März dann eine zehnjährige Anleihe.

Das Land kämpft mit einem immensen Staatsdefizit in Höhe von 12,7 Prozent. Erlaubt sind in der EU drei Prozent. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am Donnerstag auf eine kombinierte Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Länder für Griechenland für den Fall geeinigt, dass der Staat keinen Kredit mehr auf den internationalen Finanzmärkten bekommt.

(APA)

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