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Ein Steirer verzückt Southampton

Ralph Hasenhüttl hatte zuletzt zwei Siege zu bejubeln.
Ralph Hasenhüttl hatte zuletzt zwei Siege zu bejubeln.Action Images via Reuters

Ralph Hasenhüttl hofft mit dem FC Southampton auf den dritten Sieg im vierten Spiel. Fans wie Spieler schwärmen vom Grazer, Marko Arnautović möchte die Euphorie bremsen.

Southampton/Wien. Ralph Hasenhüttl hat dem krisengeplagten FC Southampton innerhalb kürzester Zeit wieder Glauben eingehaucht. Nach einer Niederlage zum Einstand hat der steirische Trainer die Saints zu zwei Siegen und aus der Abstiegszone der englischen Premier League geführt. Im Heimspiel gegen West Ham United – Marko Arnautović ist fraglich – peilt Southampton heute, Donnerstag (20.45 Uhr MEZ), den Hattrick an. „Ich und mein Team werden alles dafür tun, um Euch glücklich zu machen“, versprach Hasenhüttl gegenüber dem Club-TV. „Es ist fantastisch, dass wir jetzt drei Punkte über der Abstiegszone liegen. Vor zwei Wochen hätten wir das nicht für möglich gehalten. Wir sind stolz, aber wir wissen auch, dass das erst der Beginn einer langen Reise bis zum Sommer ist.“

Hasenhüttl hat in Southampton voll eingeschlagen, er wird gefeiert, die Fans richteten nach dem Sieg in Huddersfield sogar eine eigens adaptierte Version von „Last Christmas“ an den Coach. Dass ihm, zumindest vorerst, der Turnaround gelungen ist, überrascht Hasenhüttl nicht. „Überrascht ist das falsche Wort. Ich habe bei meinen Spielern vom ersten Tag an, seit ich hier bin, die Intention gesehen, das, worüber wir sprechen und was wir ihnen beibringen wollen, auch auf den Platz zu bringen.“ Letztendlich sind es die guten Trainingsleistungen, die seine Mannschaft auch im Match immer besser umzusetzen versteht. „Ich habe darüber gesprochen, dass es die Geschwindigkeit im Kopf erhöht, um gute Lösungen zu finden, wenn man bereits im Training aggressiver gegen den Ball agiert. Man kann die besseren Automatismen und die Grundtugenden, die wir zu implementieren versuchen, bereits fühlen.“

 

Lob für den Neuen

Für Mittelfeldspieler Stuart Armstrong ist der Aufschwung unter dem Steirer, der vor drei Wochen die Nachfolge von Mark Hughes angetreten hat, nachvollziehbar. „Wir fühlen uns einfach besser organisiert, mehr zusammen als Team – wir arbeiten alle in dieselbe Richtung. Wir alle wissen, was der andere tut, wohin wir laufen und warum wir laufen. Es funktioniert auf jeden Fall“, erklärte Armstrong.

Das schlug sich auch in den Ergebnissen nieder. Dank eines 3:2-Heimsiegs gegen Arsenal und eines 3:1 in Huddersfield (Hasenhüttl: „Noch schwieriger als das Spiel gegen Arsenal“) feierte Southampton erstmals seit April 2017 zwei Siege hintereinander. Nach dem Duell mit Mittelständer West Ham steht für Hasenhüttl Kräftemessen mit zwei Top-Teams auf dem Programm. Am 30. Dezember empfängt Southampton Titelverteidiger Manchester City, am 2. Jänner geht es in London gegen Chelsea.

 

Arnautović hofft

Ob Southampton heute gar der dritte Serienerfolg gelingt, liegt vermutlich nicht in den Händen von Marko Arnautović. Österreichs „Fußballer des Jahres“ war nach seiner Anfang Dezember erlittenen Muskelverletzung bis zuletzt fraglich. „Wir haben acht verletzte Spieler, die nicht bald zurückkehren werden. Vielleicht geht es sich für Arnautović aus. Bezüglich Southampton weiß ich es nicht, aber er könnte bald zurückkommen“, erklärte West-Ham-Trainer Manuel Pellegrini am Mittwoch auf der Vereinswebsite.

Für den ehemaligen Chelsea-Stürmer Tony Cascarino (56) ist Arnautović jedenfalls der ideale Mann für den FC Chelsea. „Ich würde ihn sofort nehmen, er würde perfekt zu Chelsea passen“, erklärte der 56-Jährige einstige irische Teamspieler am vergangenen Wochenende gegenüber dem englischen Radiosender talkSPORT.

Arnautović wurde zuletzt wieder häufiger mit einem Transfer in Verbindung gebracht, er steht noch bis 2022 bei West Ham unter Vertrag. (ag./cg)

AUF EINEN BLICK

Ralph Hasenhüttl hat mit seinem Klub, FC Southampton, sechs Punkte aus drei Spielen geholt. Zuvor ist dem Klub nur ein Sieg aus 15 Premier-League-Partien geglückt. Heute Abend (20.45 Uhr) empfangen die Saints West Ham United, Marko Arnautović ist bei den Londonern aufgrund einer Knieverletzung weiter fraglich. Am Sonntag kommt Meister Manchester City nach Southampton, am 2. Jänner gastiert man bei Chelsea.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2018)

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