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Du sollst Deinen Nächsten lieben – oder zumindest so tun

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 271. Warum „Wie geht's Dir?“ eine vordergründig hintergründige Frage ist.

Das Fest der Liebe ist vorüber. Jetzt bricht die Zeit der guten Vorsätze an. Neben den üblichen Verdächtigen (Ernährung, Sport etc.) werden auch hier die vermeintlich „softeren“ Vorhaben immer beliebter: empathisch, achtsam, wertschätzend sein.

Das heißt ganz konkret: Mitarbeiter bzw. Kollegen gelegentlich – Achtung, Sprechblase – fragen: „Wie geht’s Dir?“ Gerne dann, wenn man mit einer neuen Idee vorstellig geworden ist und die Stimmungslage abchecken will in der leichten Abwandlung „Wie geht’s Dir damit?“.

Gerne aber auch immer wieder zwischendurch. „Wie geht’s Dir?“ klingt vordergründig einfühlsam und hintergründig deutlich freundlicher als: „Ist Dir eh nicht langweilig. Und hast Du etwas zu tun?“ Schließlich hat man sich ja vorgenommen, sich um die anderen zu kümmern.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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