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Das Geheimnis der "Psycho"-Duschszene

Psycho: Janet Leigh unter der Dusche
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Sie ist eine der berühmtesten Filmszenen: Janet Leigh unter der Dusche in "Psycho". Alfred Hitchcock machte immer ein Geheimnis um die Szene und könnte so sogar einen Mörder ausgetrickst haben.

Alfred Hitchcock war ein Meister der Spannung, insbesondere bei seinem Klassiker "Psycho": Bei den Dreharbeiten ging seine Geheimiskrämerei so weit, dass er versuchte, alle Exemplare von Robert Blochs wenig erfolgreicher Buchvorlage aufzukaufen, damit möglichst wenige Menschen das Ende wissen, bevor sie den Film gesehen haben. Auch um die berühmte Duschszene mit Janet Leigh rankt sich ein Geheimnis. Das will US-Autor Robert Graysmith, der "Zodiac" schrieb, nun gelüftet haben, berichtet der "Guardian".

Mit ihren für die damalige Zeit schnellen Schnitten und den Bernards Herrmanns eindringlicher Musik gehört die Duschszene wohl zu den bekanntesten der Filmgeschichte - die Frau, die neben Leigh auch darin zu sehen ist, kennen aber wohl nur eingefleischte "Psycho"-Fans. Zwar behaupteten sowohl Hitchcock als auch Leigh immer, in der Sequenz sei nur der Körper der Schauspielerin zu sehen. "Ich glaubte, dass das Messer in mich eindringt. Es war so real, das war schrecklich," sagte Leigh etwa kurz nach der Premiere. "Ich konnte es regelrecht fühlen." Doch der Körper gehörte eigentlich zu der Stripperin Marli Renfro.

Spurlos verschwunden

Die aus Dallas stammende Renfro war eines der ersten Playboy-Bunnies und war außer als Körperdouble in "Psycho" nur in einem einzigen Film, Francis Ford Coppolas Westernkomödie "Tonight For Sure" zu sehen. In den Achtzigern verschwand sie spurlos.

Erst 2001 tauchte sie wieder auf - als Mordopfer in einem Prozess. Der Serienmörder Kenneth Dean Hunt soll sie 1988 vergewaltigt und erdrosselt haben. So berichtete die Associated Press damals, Hunt wäre "wegen zwei Morden verurteilt worden, einen davon beging er an Janet Leigh's Körperdouble aus 'Psycho'". Der Name der Ermordeten lautete Myra Davis. Das soll der bürgerliche Name von Renfro gewesen sein.

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500 Dollar Gage

Autor Graysmith heftete sich an diese Spur und fand heraus, dass Davis und Renfro jedoch zwei unterschiedliche Personen sind. Davis war nur Leighs Lichtdouble und in der Duschszene nicht zu sehen. Die Szene dürfte aber Auslöser für den Mord gewesen sein, meint Graysmith. Der obsessive "Psycho"-Fan soll bewusst versucht haben, das Körperdouble zu finden und zu töten. Doch Hitchcocks Tricks haben ihn zur "falschen" Frau gebracht.

Von den Meldungen über ihre Ermordung habe Renfro nichts mitbekommen, so der Schriftsteller, der nun ein Buch über "The Girl in Alfred Hitchcoks Shower" veröffentlicht. Die ehemalige Stripperin lebt heute in der Mojave-Wüste und besitzt nicht einmal mehr alte Fotos aus der Zeit ihrer kurzen Berühmtheit. Sie habe auch nie versucht, Kapital aus der Duschszene zu schlagen. Für die Szene in "Psycho", der allein in seinem ersten Jahr 15 Millionen Dollar einbrachte, erhielt sie eine bescheidene Gage von 500 Dollar.

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(her)