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Belgien: Lehrerin mit Kopftuch darf nicht in Schule

Belgien Lehrerin Kopftuch darf
(c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)
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Weil "jedes religiöse oder philosophische Symbol" in der belgischen Stadt Charleroi im Unterricht verboten ist, ist einer muslimischen Mathematik-Lehrerin der Zutritt zu ihrem Arbeitsplatz verwehrt worden.

Einer muslimischen Lehrerin ist wegen ihres Kopftuches in Belgien erneut der Zugang zu ihrer Klasse verwehrt worden. Der Frau ist am Dienstagmorgen im wallonischen Charleroi eine Vorschrift der Stadt gezeigt worden, die Lehrern "jedes religiöse oder philosophische Symbol" im Unterricht verbietet. Die Stadt hatte die Vorschrift nach einem Rechtsstreit erst am Montag verabschiedet.

Die Frau türkischer Abstammung trug ihren Schleier bereits seit zweieinhalb Jahren im Unterricht, als die Direktion ihr dies zu Beginn des Schuljahres untersagte. Daraufhin zog die Mathematik-Lehrerin vor Gericht. Die erste Instanz gab der Schule Recht und bezog sich dabei auf ein Neutralitäts-Dekret, das in Schulen für Belgiens französischsprachige Bevölkerungsgruppe gelte.

Die zweite Instanz gab Anfang März der Lehrerin Recht, weil ihre Schule von der Stadt geführt wird und deshalb nicht unter das Dekret falle. Nachdem die Frau vergangene Woche den Unterricht mit Kopftuch wieder aufnahm, verabschiedete der Stadtrat am Montagabend ein entsprechendes Dekret für die eigenen Schulen. Der Anwalt der Lehrerin will nun den belgischen Staatsrat anrufen.

Diskussionen um das Kopftuch als Symbol des Islam und ähnliche Kleidungsstücke spalten immer wieder die Bevölkerung in Belgien. Am Mittwoch sind Gewänder wie die Burka, die das Gesicht vollständig oder zum großen Teil verhüllen, Thema im belgischen Parlament. Mehrere Anträge zielen auf ein Verbot der Burka in der Öffentlichkeit.

(APA)