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Israelischer Schriftsteller Amos Oz ist tot

FILE PHOTO: Israeli novelist Amos Oz attends a news conference in Oviedo
Amos Oz war der berühmteste und meistübersetzte israelische Schriftsteller.REUTERS
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Der renommierte Autor, der zahlreiche internationale Preise gewonnen hat, ist 79-jährig gestorben.

Amos Oz ist tot: Der preisgekrönte israelische Schriftsteller starb im Alter von 79 Jahren an Krebs, wie die israelischen Zeitungen "Haaretz" und "The Jerusalem Post" berichten.

Der 1939 unter dem Namen Amos Klausner in Jerusalem als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine geborene Autor schrieb seit den 1960er Jahren zahlreiche Romane und Erzählungen, die sich vor allem um die sozialen und politischen Spannung in seinem Heimatland drehten. Sein Werk wurde in 45 Sprachen übersetzt - Oz war damit der meistübersetzte israelische Schriftsteller.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane "Mein Michael", "Der perfekte Frieden", "Black Box", "Ein anderer Ort", "Eine Frau erkennen" sowie der autobiografische Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" (der 2016 von Natalie Portman verfilmt wurde). Oz erzählte darin von seiner Kindheit in Jerusalem während der britischen Mandatszeit und der Gründungsphase des Staates Israel: Seine Mutter beging Selbstmord, als er zwölf Jahre alt war, er trat danach einem Kibbuz bei und nahm bald darauf den Namen Oz an (Hebräisch: Mut, Stärke).

Friedensaktivist und Nobelpreis-Kandidat

Amos Oz war als Gründer der Friedensbewegung Schalom Achschaw (Frieden Jetzt) auch politisch aktiv. Er hat sich stets gegen die israelische Besatzungspolitik ausgesprochen und engagiert, auch stellte er historische Mythen seines Landes in seinen Büchern immer wieder infrage. Gleichzeitig betonte der im Sechstagekrieg 1967 und im Jom-Kippur-Krieg 1973 als Soldat aktive Autor jedoch das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

Oz galt immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis. Er erhielt zahlreiche internationale Preise, darunter etwa den Prinzessin-von-Asturien-Preis für Literatur oder den Heinrich-Heine-Preis.

Zuletzt erschien 2015 der Roman "Judas" über einen jungen Israeli, der im geteilten Jerusalem der späten 1950er Jahre bei einem gelehrten, gehbehinderten alten Mann einzieht, der einen Konversationspartner sucht. Dort will der junge Schmuel über "Jesus aus der Perspektive der Juden" schreiben, ist vor allem aber von der Person des Judas fasziniert. Gleichzeitig verliebt er sich in die Schwiegertochter seines Gastgebers, die zwanzig Jahre älter ist als er.

 

(Red./APA)