USA überlegen, den Kurden Waffen zu überlassen

Ein Stützpunkt der US-geführten Koalition nahe Manbij.
Ein Stützpunkt der US-geführten Koalition nahe Manbij.APA/AFP/DELIL SOULEIMAN

Eine entsprechende Empfehlung steht als Teil der Abzugspläne zur Diskussion, sagten Regierungsvertreter. Der Iran zeigte sich erfreut über die neuen Machtverhältnisse in Manbij.

Hochrangige US-Militärs wollen Insidern zufolge beim Abzug aus Syrien den kurdischen Kämpfern die bereitgestellten Waffen behalten lassen. Eine entsprechende Empfehlung werde als Teil der Abzugspläne diskutiert, sagten drei US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Hintergrund seien die anhaltenden Gefechte gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). "Der Kampf ist noch nicht vorbei", sagte einer der Insider. "Wir können nicht einfach damit anfangen, die Waffen zurückzuverlangen." Die Überlegungen seien allerdings noch in einem frühen Stadium, hieß es weiter. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden.

Zu den Rüstungsgütern könnten panzerbrechende Waffen und gepanzerte Fahrzeuge gehören. Die Türkei erwartet von den USA, dass die US-Waffen mit dem Abzug der amerikanischen Soldaten Syrien verlassen. Das US-Präsidialamt nahm zu den Angaben nicht Stellung. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums lehnte unter Hinweis auf die noch laufenden Diskussionen einen Kommentar ab.

Kurden suchen neue Verbündete

Die USA hatten Mitte Dezember angekündigt, ihre Soldaten aus Syrien abzuziehen. Präsident Donald Trump erklärte zur Begründung, der IS sei besiegt. Die US-Soldaten hatten die kurdischen YPG-Kämpfer gegen die Islamisten unterstützt. Die türkische Regierung bezeichnet die Kurden-Miliz als Terrorgruppe und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Die Kurden-Milizen fühlen sich nach dem angekündigten Truppenabzug der USA im Stich gelassen und suchen nun neue Verbündete. Die Kurdenmilizen hatten große Teile im Norden Syriens eingenommen, als sie dort gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgegangen waren. Anschließend weiteten die Kurden - zum Ärger der Türkei - ihre Selbstverwaltung in den Gebieten aus.

Waffen der Kurden könnten aber auch über Umwege in die Hände der syrischen Regierung gelangen. In der nordsyrischen Stadt Manbij etwa hatten sich die Kurden zurückgezogen, um den Regierungstruppen das Feld zu überlassen. Angesichts eines drohenden Einmarsches der Türkei in Nordsyrien habe man die syrischen Regierungseinheiten eingeladen, die Kontrolle über Gebiete um Manbij zu übernehmen, teilte das Generalkommando der Kurdenmiliz YPG am Freitag mit. Die syrische Armee erklärte daraufhin, Regierungstruppen seien in das Gebiet verlegt worden und hätten ihre Fahne in Manbij gehisst.

Iran zufrieden

Der Iran hat die Übernahme der Kontrolle über Manbij durch die Regierung begrüßt. "Das Hissen der syrischen Flagge ist ein wichtiger Schritt für die Einheit Syriens", sagte Außenamtsprecher Bahram Ghassemi am Freitag.

Diese neue Entwicklung könne die Institutionalisierung einer legalen Regierung in Syrien und ein Ende des jahrelangen Konflikts zur Folge haben, betonte der Sprecher dem Webportal des iranischen Außenministeriums zufolge.