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Dinge, die Sie 2019 nicht mehr machen sollten

Der wichtigste Neujahrsvorsatz wäre also, sich keinen Neujahrsvorsatz zu machen.
Der wichtigste Neujahrsvorsatz wäre also, sich keinen Neujahrsvorsatz zu machen.imago/Christian Ohde
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Ein guter Rutsch hat nichts mit Glatteis zu tun. Und hören wir damit auf, Neujahrsvorsätze zu machen!

Am Ende des Jahres gibt es ja diesen Brauch, sich Vorsätze für das neue Jahr zu machen, die man dann nicht einhält. Der wichtigste Neujahrsvorsatz wäre also, sich keinen Neujahrsvorsatz zu machen. Aber auf ein paar Dinge, auf die wir 2019 verzichten sollten, könnten wir uns sicher trotzdem einigen. Zum Beispiel, dass es nicht Diezöse heißt. Der kirchliche Verwaltungsbezirk wird Diözese geschrieben und auch so ausgesprochen. Eine vorläufige Lösung ist keine professorische, können wir uns darauf nicht nur provisorisch einigen, sondern gleich endgültig? Zwei Geraden, die in einer Ebene liegen und einander nicht schneiden, sind weder paralell noch pararell, sondern parallel. Und gerade heute sollten wir uns kein Y für ein I vormachen lassen: Der letzte Tag des Jahres heißt Silvester. Schließlich ist er nach einem frühen Papst benannt – und nicht nach einem amerikanischen Schauspieler.

Gut, noch etwas: Merken wir uns Dinge, damit wir sie dann nicht jedes Mal neu diskutieren müssen. Die Kaffeehausdebatte, was denn nun der Unterschied zwischen Melange und Cappuccino ist, zum Beispiel. Also, Melange ist ein verlängerter schwarzer Kaffee mit warmer Milch und einer Haube aus Milchschaum. Cappuccino wiederum ist ein Espresso mit heißer Milch und Milchschaum, bestreut mit einer Prise Kakaopulver. Bitte merken oder notieren, dann erübrigt sich die Diskussion, bei der man doch nur im Dunkeln (Mokka?) stochert. Und zu guter Letzt: Dass man einen guten Rutsch wünscht, kommt wohl aus dem Jüdischen. Rosch ha-Schana, laut Talmud Beginn der Weltschöpfung, ist das jüdische Neujahrsfest. Über das Rotwelsche dürfte dann im Deutschen der „gute Rutsch“ daraus geworden sein. Mit Glatteis und unsicheren Schritten darauf hat es also nichts zu tun. Also, guten Rutsch – und nicht vergessen: keinen Neujahrsvorsatz machen!

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com


[P2WGR]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.12.2018)