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Deutlich mehr Briten beantragten 2018 irischen Pass

Ein Brexit-Gegner in London.REUTERS/Simon Dawson

Kurz vor dem Ausstieg Großbrittaniens aus der Europäischen Union stieg die Zahl der Briten, die einen irischen Pass beantragten, um 22 Prozent. In Österreich ist ein ähnlicher Trend bemerkbar.

Vor dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beantragen deutlich mehr Briten einen irischen Pass. Mit mehr als 190.000 Anträgen auf einen irischen Pass habe die Zahl 2018 einen neuen Höchststand erreicht, teilte das Außenministerium am Montag in Dublin mit.

Aus der britischen Provinz Nordirland seien rund 84.850 solcher Anfragen eingegangen, etwas mehr als im Jahr zuvor. Aus dem Rest Großbritanniens kamen 98.500 Anträge - ein deutliches Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Irlands Außenminister Simon Coveney zeigte sich erfreut. "Der irische Pass ist ein wertvolles Dokument", erklärte er.

Viele Briten befürchten, dass sie nach dem Brexit das uneingeschränkte Recht verlieren, in den Ländern der EU zu leben und zu arbeiten. Ein Pass des EU-Mitglieds Irland kann dies verhindern. Jeder, der in Irland oder Nordirland geboren wurde oder dessen Eltern oder Großeltern aus Irland stammen, kann einen irischen Pass beantragen - das trifft auf etwa sechs Millionen Briten zu.

Auch in Österreich ist ein ähnlicher Trend bemerkbar - wenn auch in kleinem Ausmaß: Hier stieg die Zahl der eingebürgerten Briten laut Statistik Austria von zehn im Jahr 2015 auf 25 im Jahr 2017.

Großbritannien soll Ende März die Europäische Union verlassen. Unklar ist, ob es dem britischen Parlament bis dahin gelingt, ein Austrittsabkommen zu verabschieden oder ob es zu einem Brexit ohne Folgevereinbarung kommt.

(APA/Reuters/red.)