Schnellauswahl

Elizabeth Warren will 2020 gegen Trump antreten

APA/AFP/JOSEPH PREZIOSO

Die demokratische US-Senatorin gründete ein Komitte, das ihre Chancen für eine Präsidentschaftskandidatur ermitteln soll. Sie gilt als eine der aggressivsten Trump-Widersacherinnen.

Die US-Demokratin Elizabeth Warren will 2020 in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Die Senatorin aus dem Bundesstaat Massachusetts gründete am Montag ein Komitee, das ihre Chancen im Fall einer Kandidatur ermitteln soll. In ihrer Neujahrsbotschaft kündigte die liberale Demokratin am Montag erste Schritte für den Wahlkampf um die Nominierung in ihrer Partei an.

Die 69-Jährige, die dem linken Flügel der Demokraten angehört, ist die erste prominente Vertreterin der Partei, die ihre Ambitionen mit einem solchen Schritt öffentlich macht. Es wird erwartet, dass eine Reihe weiterer Demokraten in den nächsten Wochen folgen werden.

In einer Videobotschaft skizzierte die 69-Jährige ihre Vision einer Chancengleichheit für alle Amerikaner. "Jeder in Amerika sollte in der Lage sein, hart zu arbeiten, nach den gleichen Regeln zu spielen und auf sich und die Menschen, die er liebt, zu achten", sagte sie. "Das ist, wofür ich kämpfe (...). Ich brauche euch an meiner Seite."

Trump verhöhnte Warren als "Pocahontas"

Warren hat sich als eine der aggressivsten Trump-Widersacherinnen hervorgetan. Ihre Kandidatur würde auch dem an der Parteibasis weitverbreiteten Bedürfnis nach einem stärker linksgerichteten Kurs entsprechen. Die frühere Harvard-Wirtschaftsprofessorin ficht etwa gegen die Macht der Wall Street.

Trump hat sich längst auf die 69-Jährige eingeschossen. Weil sie anführt, eine Indianerin unter ihren Vorfahren zu haben, verhöhnt er sie als "Pocahontas"; dies war eine legendäre Indianerin der Kolonialzeit. Warren reagierte darauf im Oktober mit einem DNA-Test zum Nachweis ihrer indianischen Wurzeln - löste damit allerdings nur weiteren Trump-Spott aus.

Auch Joe Biden gilt als Kandidat

Neben Warren gelten der frühere Vizepräsident Joe Biden sowie der unabhängige Senator Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton scheiterte, als mögliche Bewerber bei den Demokraten. Auch den Senatoren Cory Booker, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Sherrod Brown und Kirsten Gillibrand sowie dem scheidenden Abgeordneten Beto O'Rourke werden Ambitionen nachgesagt.

Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bewerberfeld bei den Demokraten sehr groß sein wird. Das war 2016 auch bei den Republikanern der Fall - was den Aufstieg des politischen Außenseiters Donald Trump mit begünstigte.

Die Vorwahlen beginnen Anfang 2020 in Iowa. Der Bundesstaat im Mittleren Westen wird schon Monate vorher zum Schauplatz des Wahlkampfes.

(APA/Reuters/dpa/red.)