Gastkommentar

Ein undifferenzierter Hochgesang auf die Migration

Replik. Wenn „wissenschaftliche“ Argumente sich als nicht ganz so wissenschaftlich erweisen.

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Der Beitrag von Stefan Hochleithner und Andreas Exner im „Spectrum“ (29. Dezember), „Von der Ohnmacht der Zäune“, schreit nach einer kritischen Widerrede. Und zwar nicht zuletzt wegen des im Text wiederholt angemeldeten Anspruchs auf Wissenschaftlichkeit im Gegensatz zum politischen Diskurs: „Aus wissenschaftlicher Sicht . . .“, „Wissenschaftlich betrachtet . . .“, „Mehrere Studien zeigen . . .“.

Bereits der erste Absatz lässt ahnen, wohin die Reise gehen soll, wenn die Autoren den österreichischen Kanzler und Vizekanzler als einzige Politiker aus EU-Mitgliedstaaten beim Namen nennen und mit dem Epitheton ornans „Hardliner“ versehen. Weiters verwundert den Leser die beharrliche Verwendung des Begriffs „Migranten“ durch die beiden Autoren, ohne zumindest zwischen legalen Zuwanderern, Flüchtlingen und Sonstigen zu differenzieren. Immerhin unterscheiden sich die rechtlichen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen für diese Personengruppen sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung massiv.