Oberbank expandiert

(c) Clemens Fabry
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Trotz Gewinnrückgangs bleibt die Dividende mit 50 Cent pro Aktie stabil. Trotzdem ist die Krise an der Oberbank nicht spurlos vorübergegangen.

Wien (höll). Oberbank-Chef Franz Gasselsberger kann sich bei der Bilanzpressekonferenz einen Seitenhieb auf die Wiener Großbanken nicht verkneifen. „Wir haben keine Verluste im Ausland, die man gegen österreichische Gewinne aufrechnen könnte.“ Das Institut sei im siebenten Jahr in Folge von Ausfällen durch Großinsolvenzen verschont geblieben und habe auch keine Staatshilfe beansprucht. „Gerade im Zuge der Finanzkrise zeigt sich, dass die Regionalbanken über ein solides Geschäftsmodell verfügen“, meint der Bankchef.

Trotzdem ist die Krise an der Oberbank nicht spurlos vorübergegangen. Der Konzern-Nettogewinn ist infolge der um ein Drittel erhöhten Kreditrisikovorsorgen um 26,7Prozent auf 77,3 Mio. Euro zurückgegangen. Die Ertragssteuern bezifferte Gasselsberger mit elf Mio. Euro. Die Bilanzsumme kletterte um 4,7Prozent auf 16 Mrd. Euro. Das Kreditvolumen stieg um vier Prozent auf 9,8 Mrd. Euro. Die Dividende bleibt mit 50Cent pro Aktie unverändert.

Wien als Wachstumsmarkt

Zukäufe plant Gasselsberger nicht. Er sei weder an Teilen der Österreichischen Volksbanken AG noch an der Kärntner Hypo interessiert. „Mein Grundsatz lautet, Schuster bleib bei deinen Leisten.“ Forciert wird das organische Wachstum. „Wien ist für uns der wichtigste Wachstumsmarkt“, so der Bankchef. Bis Jahresende soll die Zahl der Filialen um zehn auf 143 steigen. Je drei Standorte sind in Wien und in Bayern geplant, der Rest entfällt auf Ungarn und die Slowakei. In Tschechien ist die Expansion mit den bestehenden 17 Zweigstellen vorerst abgeschlossen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.04.2010)

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