"Akustik-Attacken" auf Kuba: Waren Grillen der Auslöser?

US-Botschaft auf Kuba
APA/AFP/YAMIL LAGE

Nach Audioanalysen wollen Forscher nun das Problem für die gesundheitlichen Probleme der US-Botschaftsmitarbeiter auf Kuba gefunden haben.

Mysteriöse Beschwerden von Diplomaten aus den USA und Kanada in
Kuba sorgen seit rund zwei Jahren für Rätselraten: Botschaftsmitarbeiter
und deren Familienangehörige klagten seit Ende 2016 über Probleme
wie Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hör- oder Sehprobleme. Betroffen sind mittlerweile mehr als 20 US-Bürger und rund ein Dutzend Kanadier.

Washington hatte Havanna für die rätselhaften Symptome
verantwortlich gemacht, deren Ursachen aber nie wirklich geklärt
werden konnten. Zunächst war von mutmaßlichen "Akustik-Attacken" auf
das Botschaftspersonal die Rede gewesen. Ottawa war letztlich aber
zu dem Schluss gekommen, dass ein solches Szenario "unwahrscheinlich" sei. Die kubanischen Behörden selbst hatten ebenfalls keine Erklärung für die Beschwerden der Mitarbeiter.

Auch in China gab es im Vorjahr ähnliche Fälle: Nach Angaben von US-Außenminister Mike Pompeo stimmten die Symptome der Mitarbeiter in China "vollständig mit den medizinischen Befunden überein, die bei Amerikanern in Kuba festgestellt wurden".

Verletzungen wie bei Gehirnerschütterung

Wissenschaftler glauben nun zumindest eine Erklärung für die gesundheitlichen Probleme der kubanischen Botschaftsmitarbeiter gefunden zu haben. Wie der britische "Guardian" berichtet, könnten karibische Grillen dafür verantwortlich sein. Einer neuer Audioanalyse zufolge, wollen die Forscher darauf das Lied der Anurogryllus celerinictus erkannt haben.

Fernando Montealegre-Zapata, Professor für sensorische Biologie an der Lincoln University, sagte zum "Guardian", dass der Ruf dieser karibischen Spezies bei etwa sieben Kilohertz liege und mit einer ungewöhnlich hohen Rate abgegeben werde, wodurch der Mensch das Gefühl eines kontinuierlichen Trillerns habe.

Ärzte der Universität von Pennsylvania kamen nach zahlreichen Test im vergangenen Jahr zu dem Schluss, dass die Opfer Verletzungen wie bei einer Gehirnerschütterungen erlitten hätten. Andere Experten hatten diese Schlussfolgerung allerings in Frage gestellt und waren der Ansicht, die Ergebnisse seien falsch interpretiert worden.

(red.)