Wie ein Wiener 90 Millionen User auf seine Sprachen-App gebracht hat

Bernhard Niesner (C) Ákos Burg
Bernhard Niesner (C) Ákos Burg(c) Akos Burg
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Der gebürtige Wiener Bernhard Niesner hat mit Busuu eine App entwickelt, mit deren Hilfe Millionen User neue Sprachen lernen – oder als Lehrer wildfremden Menschen dabei helfen.

Wien. Wie lernt man am besten eine neue Sprache? Spanisch, Englisch oder Chinesisch. Auf der Uni? In der Schule? Beim Privattrainer? Nein. In der U-Bahn. Im Wartezimmer. Und überall sonst, wo das Smartphone griffbereit ist. Davon ist Bernhard Niesner überzeugt. „22 Stunden mit uns sind so gut wie ein Unisemester.“ Wenn Niesner von „uns“ spricht, meint er Busuu. Der gebürtige Wiener hat das Start-up vor knapp elf Jahren gegründet. Heute nennt sich Busuu das „weltweit größte soziale Netzwerk zum Sprachenlernen“. Zu den 90 Millionen Nutzern kommen pro Tag 30.000 dazu, die eine neue Sprache lernen wollen. In London arbeiten um die 100 Menschen für Busuu. Es war ein langer Weg. Mehrmals sei man fast gescheitert, so Niesner zur „Presse“.

Schon der Gründungszeitpunkt war suboptimal. Der heute 40-jährige Niesner hatte bereits an der WU Wien studiert und als Berater bei Roland Berger gearbeitet, bevor er 2007 nach Madrid an die IE Business School ging. Dort gründete er ein Jahr später mit Adrian Hilti Busuu. Der Name stammt von einer afrikanischen Sprache, die nur noch acht Menschen in Kamerun beherrschen. „Wenige Monate nach unserer Gründung kam die Finanzkrise. Niemand wollte uns Geld geben“, erzählt Niesner. Zwei Jahre lang leben die Gründer von ihren Ersparnissen, während sie die Firma aufbauen. Bis heute ist man mit einem minimalen externen Investment von nur 18 Millionen Euro gewachsen. Im vergangenen Jahr um 60 Prozent. Der Umsatz liege im zweistelligen Millionenbereich, so Niesner.


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