Vierfache Mutter in Amstetten erstochen: Drei Kinder wurden Zeugen

Die Ermittler am Tatort in Amstetten
Die Ermittler am Tatort in AmstettenAPA (PAUL PLUTSCH)

Der tatverdächtige Ehemann, der bis zu 38 Mal auf seine Frau eingestochen haben soll, ist in der Vergangenheit dem Verfassungsschutz durch "religiös motivierte Tätigkeiten" aufgefallen. Er schweigt zu den Vorwürfen.

Nach der Tötung einer vierfachen Mutter in Greinsfurth in der Gemeinde Amstetten am Dienstagnachmittag hat der verdächtige Ehemann bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Er verweigere jegliche Kommunikation mit den Ermittlern, berichtete die Landespolizeidirektion. Der Mann wurde in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert, die Staatsanwaltschaft hat die U-Haft beantragt.

Das Verbrechen an der 40-jährigen Mutter war in bzw. vor einem Mehrparteienhaus in Greinsfurth verübt worden. Der Beschuldigte soll in der Küche der Erdgeschoßwohnung ebenso wie vor dem Haus auf seine Frau 37 oder 38 Mal eingestochen haben.

Nach der Alarmierung der Einsatzkräfte am frühen Dienstagnachmittag rückten auch das Einsatzkommando Cobra und die Verhandlungsgruppe der Polizei aus. Der 37-Jährige hatte sich in seine Wohnung zurückgezogen. Dort wurde er etwa zwei Stunden nach der Bluttat festgenommen. Die Frau erlag im Landesklinikum Amstetten den schweren Stichverletzungen, die ihr zugefügt worden waren. Der 37-Jährige wurde in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Nach Polizeiangaben wurden drei Kinder des Paares - neun und fünf Jahre sowie 15 Monate alt - Zeugen der Bluttat. Ein 18-Jähriger wohnte nicht mehr bei den Eltern.

Im Visier des Verfassungsschutzes

Der 37-Jährige war in der Vergangenheit wegen seiner "religiös motivierte Tätigkeiten" vom Verfassungsschutz überprüft worden. Der Beschuldigte habe seinen Glauben "sehr fundamentalistisch" ausgeübt, teilte die Polizei mit. Es sei jedoch "kein strafrechtlich relevanter Tatbestand festgestellt" worden.

Gegen den 37-Jährigen seien seit Sommer 2018 freilich mehr als 30 Anzeigen and die Bezirkshauptmannschaft wegen Ordnungsstörung erstattet worden, sagte Baumschlager. Der Mann habe in Geschäften und Lokalen ebenso wie zuletzt auf dem Weihnachtsmarkt andere Menschen "bekehren" wollen. Er sei dabei aber weder aggressiv gewesen, noch habe er Gewalt ausgeübt.

"Aufgrund des Tatablaufes" ging die Polizei am Mittwoch "von einer reinen Beziehungstat" aus, hieß es in einer Presseaussendung ohne nähere Angaben dazu zu machen. Über frühere Gewalttaten an seiner Ehefrau oder an seinen Kindern lagen der Polizei keine Informationen vor.