Die Steuerreform als große Wundertüte der Ökonomen

Kanzler Sebastian Kurz bei der Regierungsklausur in Mauerbach.
Kanzler Sebastian Kurz bei der Regierungsklausur in Mauerbach. APA/ROLAND SCHLAGER
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Die Regierung will die Unternehmenssteuern senken. Aber ist das die beste Idee? "Die Presse" hat sich die Antworten von Wifo, IHS, Eco Austria und Agenda Austria angesehen. Es zeigt sich: Die Wirtschaftsforschungsinstitute könnten sich nicht uneiniger sein.

Bei der Regierungsklausur in Mauerbach werden gerade Milliarden verteilt. ÖVP und FPÖ verhandeln die Eckpunkte der Steuerreform – und das weckt Begehrlichkeiten. Mindestens ein Drittel des sechs Milliarden schweren Kuchens fordert die Wirtschaftskammer. Zuletzt ist ein Streit darüber ausgebrochen, ob dafür die Körperschaftssteuer (KöSt) von 25 auf 19 Prozent gesenkt werden soll. Eine gute Gelegenheit für nüchterne Wirtschaftsforscher, Klarheit in das ideologische Gezänk zu bringen, könnte man meinen. Tatsächlich weiß inzwischen jeder Ökonom im Land, was von niedrigeren Firmensteuern zu halten sei. Wirklich einig sind sich die Volkswirte nicht. Und ihre Studien verraten oft weniger über die Sinnhaftigkeit der KöSt-Steuersenkung als über die Motive ihrer Auftraggeber.

Teilen Firmen ihren Vorteil?

Der jüngste Vorstoß kam von Eco Austria, den offiziell unabhängigen Vorfeld-Ökonomen der Industriellenvereinigung. Die Forscher haben sich angesehen, welche Folgen die Senkung der Unternehmenssteuer auf 19 Prozent hätte, und haben ein wahres Feuerwerk an positiven Effekten für Firmen, Standort und Mitarbeiter errechnet.

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