Rallye Dakar: Aufholjagd von Walkner trotz Sturz

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Der Salzburger Titelverteidiger arbeitet sich nach vorne. Kritik übte Walkner an den Veranstaltern.

Der Salzburger Matthias Walkner hat sich auf dem vierten Tagesabschnitt der Rallye Dakar auf den siebenten Rang bei den Motorrädern nach vorne gearbeitet. Der Vorjahressieger erreichte am Donnerstag trotz eines Sturzes hinter dem US-Amerikaner Ricky Brabec, der die Gesamtführung übernahm, den zweiten Platz. Am Vortag hatte der KTM-Pilot viel Zeit eingebüßt und war auf Platz acht zurückgefallen.

"Es ist mir richtig gut gegangen, und ich habe mich heute wieder sehr gut gefühlt", sagte Walkner, der im Klassement gut neun Minuten hinter Brabec liegt. "Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem heutigen Abschneiden." Einen Schreckmoment gab es für den 32-jährigen jedoch kurz nach dem Auftanken: "Ich bin eine Abrisskante runter gesprungen und in den Gegenhang rein, den ich flacher eingeschätzt hatte. Ich habe zuerst geglaubt, dass mein Knöchel gebrochen ist."

Dadurch verlor Walkner auch einiges an Zeit. "Es war ein lässiger Tag, nur das mit dem Knöchel macht mir etwas Sorgen. Ich habe große Schmerzen", berichtete er. Die 510 Kilometer von Arequipa nach Moquegua, davon 406 Kilometer als gewertete Sonderprüfung, waren am Donnerstag der erste Teil einer Marathon-Etappe, die am Freitag fortgesetzt wird. Nach einem Massenstart geht es 776 Kilometer durch die Ilo-Dünen nach Arequipa in Peru.

Falsches Roadbook

Kritik übte Walkner an den Veranstaltern. Nachdem er sich am Mittwoch verfahren hatte, wurde schnell die Ursache ausfindig gemacht: "Das Roadbook war auf einem Kilometer falsch." Nach einer Regeländerung gebe es jedoch keine Möglichkeit, das erfolgreich zu beanstanden. "Dann hat man quasi Pech gehabt. Es gibt keine Möglichkeit auf Einspruch und somit auch keine Konsequenzen. Das ist schon sehr frustrierend."

Die österreichische Motorrad-Legende Heinz Kinigadner äußerte sich noch deutlicher. "Mit der Führung der französischen Organisation sind wir alles andere als glücklich. Wir sind mit KTM der längste Partner der Dakar, mittlerweile sind wir schon 25 Jahre mit einem Werksteam vertreten, und wir würden uns ein besseres Verhältnis, welches weniger 'diktatorisch' ist, wünschen", erklärte der Tiroler.

Walkner sprach er ob seiner sportlichen Situation aber Mut zu: "Die Dakar hat ihre eigenen Gesetze und ich bin überzeugt, dass sich da noch viel tun wird. Wir müssen noch lange nicht beunruhigt sein."