Black Hawk räumt Schnee auf Inntal-Autobahn

Asfinag / Facebook

Video In einem spektakulären Winterdienst-Einsatz hat ein Blackhawk-Hubschrauber die Bäume an der A12 von der schweren Schneelast befreit. In ganz Österreich sind Hubschrauber dabei, Menschen zu evakuieren und Lawinen zu sprengen.

Nach den heftigen Schneefällen der letzten Tage hat sich das Wetter am Freitag vielerorts entspannt. Dieses "Flugfenster" wird in vielen Gemeinden Österreichs dazu genutzt, wichtige Flüge zur Sprengung von Lawinen und der Versorgung der Bevölkerung durchzuführen. Für die Suche der seit Samstag vermissten Tourengeher in Niederösterreich ist ebenso ein Hubschrauber-Einsatz geplant.

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Aber auch bei der Schneeräumung werden die Winterdienste aus der Luft unterstützt. In einem Assistenzeinsatz ist das Bundesheer mit einem Black Hawk-Hubschrauber über die Inntal-Autobahn (A12) geflogen, um die nahen Bäume von den Schneemassen zu befreien. "Dabei setzen die Piloten den Luftstrom der Rotorblätter - den sogenannten Downwash - gezielt ein, um den Schnee von den Bäumen im Nahbereich unserer Leitungen zu blasen", erklärte Tinetz-Geschäftsführer Thomas Trattler in einer Aussendung. Zusätzlich werde in den Umspannwerken präventiv Schnee geräumt, da ansonsten die Gefahr von Überschlägen drohe.

Die Asfinag hat ein Video von dem Einsatz auf Facebook veröffentlicht.

Auch die ÖBB ließen Freitagnachmittag die Pyhrnbahn von einem Hubschrauber des Bundesheeres frei blasen. Die Strecke war zwischen den Stationen Klaus und Linzerhaus für eine Stunde gesperrt, um die Bäume durch den Abwind des Fluggerätes von der Schneelast zu befreien und vor dem Umstürzen zu bewahren.

 

Tourengeher-Suche in Niederösterreich

Auch für die Suche nach zwei seit dem Wochenende vermissten Tourengehern in Hohenberg (Bezirk Lilienfeld) soll am Freitag ein Helikopter des Innenministeriums zum Einsatz kommen. Das erhoffte Wetterfenster sei eingetreten: "Zur Zeit herrschen seit gute Witterungs- und Sichtverhältnisse, die einen Hubschrauber-Einsatz zulassen", berichtete Michael Hochgerner von der Alpinpolizei auf Anfrage.

Sobald der Helikopter "Libelle Linz" nach Einsätzen in Oberösterreich verfügbar sei, werde er in Hohenberg erwartet. Ziel war es laut Hochgerner, weitere Erkenntnisse zu erlangen bzw. die Wintersportler mithilfe des sogenannten Recco-Systems zu orten. Die Männer im Alter von 54 und 58 Jahren hatten einen entsprechenden Reflektor auf die Tour mitgenommen. Weiters wurde am Freitag erneut ein Erkundungstrupp, bestehend aus Mitgliedern von Bergrettung, Alpinpolizei und Bundesheer, in Richtung Hohenberger Gschwendt entsandt.

Hubschrauber evakuieren, sprengen und erkunden

500 Soldaten sind derzeit im Einsatz, weitere 1000 häält das Bundesheer in Bereitschaft. Evakuierungen hätten oberste Priorität, sagte Moritz Galsterer, Sprecher der Luftstreitkräfte. Es gebe aber auch weitere Anforderungen an das Heer - bundesweit derzeit rund 50 "und ständig werden es mehr".

In der Steiermark begann das Heer am Freitag damit, mit einer Alouette III einen eingeschlossenen Förster vom Stoderzinken-Plateau zu holen, der sich bisher geweigert hatte, den Berg zu verlassen, damit er die Winterfütterung der Wildtiere weiterführen konnte.

in Oberösterreich in Grünau im Almtal (Bezirk Gmunden) waren zwei Bundesheer-Hubschrauber im Einsatz, um eine 66-köpfige Schülergruppe vom Hochberghaus zu evakuieren. Sie war dort auf Skikurs und saß fest.Es werde mehrere Flüge benötigen, um alle ins Tal zu bringen. Wie lange sie bereits festsitzen war nicht bekannt.

In der Früh waren in der Obersteiermark noch rund 2.250 Menschen in über einem Dutzend Ortschaften schwer erreichbar oder abgeschnitten. Für 11.00 Uhr plante das Bundesheer eine Evakuierung von rund 200 Personen - hauptsächlich Urlauber, aber auch Einheimische - aus Hohentauern per Lkw. Pro einstündiger Fahrt hin und retour sollten rund 80 Menschen geholt werden. Man rechnet, die Aktion in bis zu drei Stunden bis gegen 14.00 Uhr abgeschlossen zu haben.

Die Besatzung einer Alouette versuchte eine Sprenganlage am Loser im Ausseerland in der Steiermark mit Explosivstoff zu befüllen. Auf dem 1.837 Meter hohen Bergstock liegen mittlerweile bis zu fünf Meter Schnee. Eine in Aigen stationierte AB-212 räumte mit ihrem Rotorabwind ("Downwash") Bäume entlang der Buchauer bzw. Gesäuse Straße (B117 und B146) vom Schnee frei, um Schneebruch zu verhindern und eine Räumung und Freigabe der gesperrten Straßen zu ermöglichen. Auch in Gosau in Oberösterreich wartete man darauf, dass die Bäume entlang der Pass Gschütt Straße (B166) mittels Hubschraubern vom Schnee befreit werden, damit die Verkehrswege wieder sicherer werden.

Hubschrauber des Innenministeriums machten sich für Erkundungsflüge im Raum Vordernberg sowie in Liezen auf den Weg. Der im obersteirischen Mürzzuschlag befindliche Helikopter aus Wiener Neustadt (NÖ) wartete auf Flugwetter, in diesem Bereich und in Mariazell schneite es am Vormittag noch.