Caritas gegen FPÖ: Schönborn verteidigt Hilfsorganisation

Christoph Schönborn
Christoph SchönbornAPA/HANS PUNZ

Österreich sei reich an Hilfsorganisationen, kein staatliches System könnte ersetzen, was diese leisten, betont der Kardinal. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte die Caritas gegen die blaue Kritik verteidigt.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) taten es, ebenso die SPÖ. Nun stellte sich auch Kardinal Christoph Schönborn schützend vor die von der FPÖ attackierte Caritas gestellt. Deren Präsidenten Michael Landau wurde bekanntlich vom blauen Klubchef Johann Gudenus "Profitgier" unterstellt, während FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker eine "Asylindustrie" ortete. 

"Wer für den Nächsten kein Herz hat, der hat auch für Gott nichts übrig", schrieb Kardinal Schönborn am Freitag in seiner Kolumne in der Gratis-Zeitung "Heute". Österreich sei reich an Hilfsorganisationen, kein staatliches System könnte ersetzen, was diese leisten.

"Liebe heißt auf Lateinisch Caritas. Liebe Gott und den Nächsten! Das ist das wichtigste Gebot der Bibel", verteidigte Schönborn die römisch-katholische Institution. Hilfe müsse gut organisiert sein, damit sie nachhaltig ist, ohne staatliche Mittel könnten die Leistungen aber nicht erbracht werden, so Wiens Erzbischof. "Daher war immer das gute Miteinander von Staat und Hilfsorganisationen der richtige Weg."

Erst am Donnerstag hatte die Caritas Rückendeckung von Bundespräsident Van der Bellen erhalten. "Dass die Caritas beflegelt wurde, finde ich nicht in Ordnung", sagte er. Die Äußerungen von Caritas-Präsident Landau, der der türkis-blauen Regierung vor Weihnachten "Empathie-Defizite" attestiert hatte, bezeichnete das Staatsoberhaupt als "zulässige Kritik".