Herausforderung: Digitale Transformation ist zur Chefsache geworden

Die digitale Welt läuft mittlerweile durch fast alle Unternehmensbereiche.
Die digitale Welt läuft mittlerweile durch fast alle Unternehmensbereiche.(c) REUTERS (Stringer .)

Die Digitalisierung beeinflusst das gesamte Geschäftsmodell eines Unternehmens.

Die Experten sind sich einig: Die digitale Transformation ist längst in der Chefetage angekommen, oder wie es Bernd Hepberger, Geschäftsführer der Vorarlberger Webagentur Massive Art, anlässlich der Drei-Digitalimpuls-Veranstaltung in Dornbirn formuliert hat: „Der moderne Manager muss sich bewusst werden, dass Digitalisierung kein reines IT-Thema mehr ist. Jedes Unternehmen benötigt einen individuellen und gesamtheitlichen Ansatz für die eigene digitale Zukunft. Und weil das nicht von heute auf morgen passiert, muss dieses Denken spätestens jetzt beginnen.“

Die Wichtigkeit des Themas „Digitale Transformation“ schlägt sich auch in Zahlen nieder. Laut der „Chief Digital Officer Studie 2018“, die von der Quadriga Hochschule Berlin durchgeführt wurde, legen immer mehr Unternehmen die Verantwortung für die digitale Transformation in die Hände eines eigens installierten Chief Digital Officer (CDO). Allein in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz (D-A-CH) gibt es bereits mehr als 320 CDOs, 2016 waren es erst 120. Auch die österreichische Bundesregierung kündigte an, in den einzelnen Ressorts CDOs zu etablieren.

Wie Bernd Hepberger meinen die Autoren der Studie, dass die digitale Transformation nicht nur eine technologische Herausforderung ist, sondern das gesamte Unternehmen betrifft. „CDOs müssen deshalb das Geschäftsmodell und die Organisationsbeziehungen – interne wie externe – im Blick haben. Im Kern muss ein CDO technologische Trends beobachten, eine Digitalstrategie erarbeiten, effiziente Strukturen und Prozesse schaffen sowie Kunden-, Lieferanten und Mitarbeiterbeziehungen pflegen und neu gestalten“, heißt es zur Rolle der Manager in der Studie.

Erst im April dieses Jahres hat die Österreich Werbung einen eigenen CDO etabliert. Reinhard Lanner, Experte für digitale Transformationsprozesse im Tourismus, ist für die digitale Transformation sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in Kooperation mit der Tourismusbranche verantwortlich.

Tatsächlich ist der Digitalisierungsgrad in der Branche Tourismus und Freizeitwirtschaft deutlich weiter fortgeschritten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Laut der Studie „Digitale Transformation in Österreich“, die in Kooperation von Arthur D. Little, Drei Business, der WKÖ und dem Institut für KMU-Management entstanden ist, weist die Branche nach den Banken und Versicherungen sowie der Branche Information und Consulting den dritthöchsten Digitalisierungsgrad (29 Prozent) auf.

Was die Generierung von Umsätzen über digitale Kanäle betrifft, liegt der Tourismus ebenfalls deutlich über dem Schnitt. In Summe gaben 33 Prozent der befragten Tourismusunternehmen an, dass sie zumindest mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes über Apps oder Webseiten generieren: Der höchste Wert innerhalb der in der Studie untersuchten sieben Branchen. Im Schnitt aller sieben Branchen gaben 22 Prozent der Unternehmen an, mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes über digitale Kanäle zu erzielen.