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Great Barrier Reef: Havarierter Frachter wird ausgepumpt

Die Shen Neng 1 lief am größten Korallenriff der Welt auf Grund.
(c) AP (Rob Griffith)
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Das größte Korallenriff der Welt vor Australien ist bedroht. Ein chinesischer Frachter ist auf das Riff aufgelaufen und verliert Öl. Das Schiff, das rund 950 Tonnen Öl an Bord hat, droht zu zerbrechen.

Um die Gefahr einer Ölpest am Great Barrier Reef vor Australien zu bannen, soll nun der auf Grund gelaufene Kohlefrachter ausgepumpt werden. Experten wollten die 950 Tonnen Öl an Bord des Frachters über Schläuche in die Tanks eines Rettungsbootes leiten. Bisher sind rund vier Tonnen Öl ausgelaufen. Die Masse zersetzte sich aber, nachdem sie aus der Luft mit Chemikalien besprüht worden war.  

"Wir sind einigermaßen sicher, dass es nicht zu einem katastrophalen Bruch des Schiffes kommt", sagte der Chef der Meeresschutzbehörde, Patrick Quirk. "Es sei denn, das Wetter ändert sich." Die Bergungsexperten entschlossen sich zu der Pumpaktion, nachdem klar war, dass der schwer beschädigte Frachter nicht von dem Riff zu bekommen war.

Premier kündigt Untersuchung an

Premierminister Kevin Rudd versprach nach einem Überflug am Dienstag eine Untersuchung. "Es ist hanebüchen, das ein so großes Schiff mitten im Great Barrier Reef mehr als zwölf Kilometer vom Kurs abkam", sagte er. "Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen." Der Reederei drohen 3,8 Millionen Euro Strafe. Der Kapitän muss, falls er den Unfall verschuldet hat, mit einer dreijährigen Haftstrafe rechnen.

Ruf nach schärferen Gesetzen

Bürgermeister der Küstenregion, die weitgehend von Touristeneinnahmen der Besucher am größten Korallenriff der Welt lebt, waren entsetzt, dass Schiffe offenbar ohne ortskundige Lotsen in Küsten- und Korallenriffnähe unterwegs sein dürfen. Sie verlangten schärfere Gesetze. Experten spekulierten, dass der Kapitän nach Aufnahme der Ladung Kohle in Gladstone eine Abkürzung auf das offene Meer nehmen wollte.

Die "Shen Neng 1" war am Samstag aus ungeklärten Gründen mehr als 15 Kilometer vom Kurs abgekommen und bei voller Fahrt auf das Riff gelaufen. Der Frachter gehört der größten chinesischen Reederei Cosco. Er hatte im Hafen von Gladstone zuvor 65.000 Tonnen Kohle geladen und war auf dem Weg nach China. Die Havarie passierte rund 120 Kilometer vor der Küste von Rockhampton. Versuche, den Frachter loszubekommen, scheiterten.

(Ag.)