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Ein Anschluss unter dieser Nummer kann bei akuter Gewalt nicht helfen

Vier ermordete Frauen haben die Regierung veranlasst, ihre eigenen Maßnahmen von 2018 zu vergessen. Aber wieso ist Österreich bei diesen Verbrechen EU-Spitze?

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Das ist schon bemerkenswert: Laut Eurostat war der Anteil der Frauen als Opfer von Tötungsdelikten 2018 in keinem EU-Land höher als in Österreich. Und was blieb nach dem vierten Frauenmord in den letzten Wochen von der politischen Aufregung in Regierung und Opposition am Donnerstag übrig? Eine Telefonnummer, heiß umstritten. Dreistellig, sechsstellig oder was?

Bemerkenswert war allerdings auch die kollektive Amnesie, also die Gedächtnisstörung für zeitliche und inhaltliche Erinnerungen, des Damentrios der Regierung, Juliane Bogner-Strauß (ÖVP, Familien und Jugend), Karin Kneissl (FPÖ-entsandt, Integration) und Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP). Nur so ist zu erklären, warum nur Morde thematisiert wurden, in denen Nichtösterreicher verdächtigt werden.
Die Frontfrau des wohlinszenierten bedeutenden Auftritts im Bundeskanzleramt, Bogner-Strauß also, muss der Gedächtnisschwund besonders getroffen haben. Sie verkündete nämlich genau jene Maßnahmen, die Mitte des Vorjahres von der Reduzierung der Mittel um 700.000 Euro, von Einstellungen und Streichungen besonders betroffen waren: Frauenhäuser, Beratungsstellen, Übergangswohnungen, die Interventionsstelle gegen Gewalt, das Unterrichtsprinzip „Erziehung durch Gleichstellung“ etc.