Zwei Festnahmen nach Autobombenanschlag in Nordirland

Polizei vermutet IRA-Splittergruppe hinter Tat
Polizei vermutet IRA-Splittergruppe hinter Tat APA/AFP/PAUL FAITH
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Nach dem Autobombenanschlag in der nordirischen Stadt Derry sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Der Anschlag soll von einer Splittergruppe der Untergrundorganisation IRA verübt worden sein. Verletzt wurde niemand

Nach dem Autobombenanschlag in der nordirischen Stadt Derry sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Die beiden Männer seien am Sonntag gefasst worden, teilte die Polizei in der britischen Provinz mit. Die Ermittler vermuten, dass eine Splittergruppe der irisch-republikanischen Untergrundorganisation IRA für die Tat verantwortlich ist.

Die Explosion hatte sich am Samstagabend vor einem Gerichtsgebäude im Zentrum der zweitgrößten Stadt Nordirlands ereignet. Verletzt wurden niemand.

Im Fokus der Ermittlungen stehe die sogenannte New IRA, sagte Nordirlands stellvertretender Polizeichef Mark Hamilton. "Diese Attacke war unglaublich gefährlich." Glücklicherweise sei niemand verletzt worden. Der Tatort war am Sonntag weiterhin abgesperrt, Sprengstoffexperten untersuchten das Autowrack.

Politiker aller Parteien verurteilten den Vorfall. Irlands Außenminister Simon Coveney sprach von einem "terroristischen Autobombenanschlag". Er verurteile den Vorfall "auf das Schärfste", erklärte Coveney, der auch Vize-Premierminister ist. Es gebe keine Rechtfertigung für "solche Terrorakte, mit denen Nordirland wieder in Gewalt und Konflikte hinabgezogen werden soll".

Auch die ehemalige nordirische Regierungschefin Arlene Foster verurteilte den "sinnlosen Terrorakt". Die britische Nordirland-Staatssekretärin Karen Bradley sprach von "unerträglicher Gewalt". Der Versuch der Täter, den "Fortschritt in Nordirland zu stören", werde erfolglos bleiben.

In Nordirland hatten sich jahrzehntelang irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten bekämpft. 3500 Menschen starben in dem Konflikt. Die Stadt Derry, die von den Protestanten Londonderry genannt wird, war 1972 Schauplatz des "Bloody Sunday". Damals schossen britische Soldaten auf unbewaffnete Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration. 14 Menschen wurden getötet.

Der Nordirland-Konflikt wurde 1998 durch das Karfreitagsabkommen beendet. Es sichert unter anderem eine Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken zu. Die IRA, die jahrzehntelang gewaltsam für eine Loslösung Nordirlands von Großbritannien gekämpft hatte, schwor der Gewalt 2005 offiziell ab

(APA)

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