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Zertifikate: Schwankungen mildern

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In einem Punkt sind sich Analysten einig: Die Märkte werden weiter schwanken. Spezielle Indizes versuchen dies zu verringern.

Wien. Noch scheint im neuen Börsenjahr vieles offen. Denn so richtig optimistisch sind viele Analysten nach den starken Korrekturen der vergangenen Monate noch nicht. In einem sind sich Experten dennoch einig: Die hohen Schwankungen an den Börsen dürften anhalten. Martin Hüfner, Chefvolkswirt von Assenagon Asset Management, meint: „Für den Anleger bleibt derzeit die hohe Volatilität an den Aktienmärkten das dominierende Thema.“ Die Gründe sind vielfältig und reichen vom Handelsstreit zwischen den USA und China bis hin zu den offenen Fragen über die weitere Zinspolitik auf beiden Seiten des Atlantiks.

Wer weiter in Aktien investieren möchte, kann spezielle Strategien in Betracht ziehen. Etwa jene, die darauf abzielen, Aktien zu selektieren, die geringer als der Gesamtmarkt schwanken. Dazu gibt es unterschiedliche Strategien, was den deutschen Aktienmarkt betrifft. Darauf können Anleger mit Zertifikaten setzen.

Ein Beispiel ist etwa der DAXplus Maximum Sharpe Ratio Germany Index, auf den es von der BNP Paribas ein Indexzertifikat gibt (DE000AA0KF06). Die Zusammensetzung basiert auf der Strategie des Wirtschaftsnobelpreisträgers William F. Sharpe. Er hat die sogenannte Sharpe Ratio ins Leben gerufen, eine Kennzahl, die eine erzielte Rendite auf ein Investment ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko setzt.

Genauer gesagt wird der risikolose Zinssatz (zum Beispiel der kurzfristige Zinssatz für österreichische Bundesanleihen) von der erzielten Investmentrendite abgezogen. Und danach wird diese Zahl dann noch durch die durchschnittlichen, historischen Kursschwankungen für den jeweiligen Zeitraum dividiert. Heraus kommt die Sharpe Ratio. Je höher sie ausfällt, desto eher wird das eingegangene Risiko letztendlich auch abgegolten.

 

Geringes Risiko zählt

Hier kommt nun der Index ins Spiel. Denn der DAXplus Maximum Sharpe Ratio Germany Index wendet dieses Vergleichsprinzip ebenfalls an, und möchte auf diese Weise jene DAX-Aktien mit dem besten Renditeprofil für das eingegangene Risiko ausfindig machen. Heraus kommen insgesamt zehn Blue-Chip-Titel, wobei derzeit die größte Gewichtung auf den Versorger RWE, den Technologiewert Wirecard sowie den Sportartikelhersteller Adidas entfällt. Beim Zertifikat werden zudem jährliche Gebühren in Höhe von 0,75 Prozent abgezogen.

Eine weitere Möglichkeit bietet der DAXplus Minimum Variance Index Germany. Darauf gibt es beispielsweise ein Zertifikat von der deutschen Hypo-Vereinsbank (DE000HU5JPB2). Der genannte Index setzt sich aus insgesamt 15 DAX-Aktien zusammen, und zwar aus jenen, deren Kurse – zumindest bislang – eine möglichst geringe Schwankung aufweisen und die obendrein möglichst wenig untereinander korrelieren. Ihre Kurse bewegen sich also möglichst unabhängig voneinander. Aktuell werden etwa Autobauer anhand von BMW, Versicherer anhand der Münchener Rück sowie Versorger (mit E.ON) abgedeckt. Banken und Technologietitel wurden bei der jüngsten Anpassung nicht inkludiert, sie konnten die Anforderungen nicht erfüllen. Und auch hier fällt eine jährliche Gebühr an, sie liegt bei einem Prozent.

 

Performance mitmachen

Eines dürfen Anleger bei diesen Investments nicht übersehen: Auch diese Indizes können gröbere Wertverluste erleiden, auch wenn sie eine ruhigere Kursentwicklung im Vergleich zum DAX zum Ziel haben. Und bei stark steigenden Aktienmärkten könnten sie unter Umständen die kräftige Performance in einem geringeren Ausmaß mitmachen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2019)