Streit um Wohnbaugesellschaften: Revisionsverband prüfte nur bis 2013

Die Prüfungszuständigkeit für Gesfö und Riedenhof sei 2014 und 2015 nicht mehr gegeben gewesen. Das Land Burgenland und der Investor Michael Tojner liegen sich in der Sache in den Haaren.

In der Causa um die Umwandlung der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Gesfö und Riedenhof, die für juristischen Zündstoff zwischen dem Burgenland und dem Unternehmer Michael Tojner sorgt, meldete sich am Montag der Revisionsverband zu Wort: Die Prüfung beider Gesellschaften durch den Revisionsverband sei nur bis zum Geschäftsjahr 2013 erfolgt, stellte der Verband in einer Aussendung klar.

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Beiden Unternehmen sei im Oktober 2015 - bevor die Prüfung des Geschäftsjahres 2014 durch den Verband abgeschlossen werden konnte - die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Eine Prüfungszuständigkeit des Verbandes für die Jahre 2014 und 2015 war somit nicht mehr gegeben, wurde seitens des Revisionsverbandes des Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) festgestellt.

Die endgültige Geldleistung für beide Gesellschaften sei im August 2016 festgelegt worden. "Sie wurde auf Grundlage des Jahresabschlusses 2015 ermittelt. Dieser Jahresabschluss und die endgültige Geldleistung wurden vom Revisionsverband nicht geprüft und auch nicht bestätigt", argumentierte man beim Revisionsverband.

Tojner: Sachverhaltsdarstellung "nicht nachvollziehbar"

Das Land Burgenland hat kürzlich bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts von Betrug und Untreue gegen mehrere Personen, darunter auch Tojner, eingebracht. Dem Land, das sich bei der Umwandlung der beiden Wohnbauträger getäuscht sieht, könnte ein Schaden von bis zu 40 Mio. Euro entstanden sein, so Finanzlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Tojner sowie der ehemalige Geschäftsführer der beiden Wohnbauträger wiesen die Vorwürfe zurück: Die Sachverhaltsdarstellung sei "nicht nachvollziehbar", weil weder Tojner noch eine ihm zuzurechnende Firma in den Aberkennungsprozess involviert gewesen sei. Eine Kausalität zu einem wie auch immer 'berechneten' Schaden herzustellen, sei daher nicht nachvollziehbar und könne nur dazu angetan sein, politische Interessen zu transportieren, hatte Tojners Büro mitgeteilt. Man werde sich mit allen juristischen Mitteln gegen die Vorwürfe wehren, hieß es.

(APA)

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