Kein Nachwuchs ohne die richtigen Mikroben

(c) REUTERS (Yusuf Ahmad)
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Bakterien, die ausschließlich in Zellen von Insekten leben, kontrollieren deren Fortpflanzung für ihre eigene Vermehrung. Das wollen Forscher zur Bekämpfung von Obstschädlingen einsetzen.

Sie entscheiden darüber, wer als Sexualpartner infrage kommt, welche Lockstoffe ausgesendet werden, ob die Nachkommen lebensfähig sein dürfen und sogar über deren Geschlecht: Das Ausmaß, mit dem sich die Bakteriengattung Wolbachia in das Liebesleben von Insekten einzumischen vermag, ist beeindruckend, handelt es sich dabei doch nur um vermeintlich simple Einzeller. Doch die intrazellulär – also im Inneren der Zellen ihrer Wirte – lebenden Mikroben nisten sich, strategisch sinnvoll, in alle wichtigen Schaltstellen für die Fortpflanzung der Insekten ein.

Tödliche Spermazellen

Wolbachia besiedeln Hirnregionen, die für die Pheromonwahrnehmung zuständig sind, dicht unter dem Insektenpanzer liegende Fettkörper, in denen die Botenstoffe produziert werden und natürlich die Eierstöcke und Hoden der Tiere. Hier entfalten sie ihre größte Wirkung, die sogenannte zytoplasmatische Inkompatibilität (CI). Sie verhindert, dass mit Wolbachia infizierte Männchen mit Weibchen, denen das Bakterium fehlt, oder die einen anderen Stamm der Mikroben in sich tragen lebensfähigen Nachwuchs zeugen.


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