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Gehring wirft Fischer "Verfassungsbruch" vor

Gehring wirft Fischer Verfassungsbruch
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Bundespräsident Fischer halte sich "nur dann an die Verfassung, wenn es ihm genehm ist", sagt Hofburg-Kandidat Gehring. Die Kritik der Kirche an seinem Wahlkampfauftakt mit einer Messe weist er zurück.

Präsidentschaftskandidat Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs schießt sich im Wahlkampf auf Amtsinhaber Heinz Fischer ein. Man habe den Eindruck, dass dieser "sich nur dann an die Verfassung hält, wenn es ihm genehm ist", erklärte Gehring am Donnerstag. Die Regierung habe versprochen, dass es zur Budgetkonsolidierung keine neuen Steuern geben werde. Nun sei das anders, und außerdem solle das Budget für 2011 verschoben werden. Fischer akzeptiere diese Vorgangsweise - dies zu unterstützen oder zu dulden sei aber ein "klarer Verfassungsbruch", so Gehring.

Außerdem sei die Aufhebung des Habsburger-Verbots vor der Wahl gescheitert, weil sich die SPÖ quergelegt habe, da Fischer keinen zusätzlichen Kandidaten gewollt habe. Gehring kritisierte außerdem, dass sich Fischer nicht  der sozialen Anliegen der Menschen annehme. Er verwies Gehring auf den Fall eines Familienvaters, der Schwierigkeiten habe, eine adäquate Schulausbildung für seinen schwerbehinderten Sohn zu finden. Dieser sei mit seinen Sorgen bei Fischer wegen mangelnder Zuständigkeit abgeblitzt.

Gehring weist Kritik der Kirche zurück

Seinen Wahlkampf hatte Gehring am Dienstag mit einer Messfeier in der Pfarrkirche St. Paul in Wien-Döbling eröffnet. Von der Kirche erntete er dafür Kritik. Der Wiener Generalvikar Franz Schuster betonte in einem Rundschreiben, Parteipolitik habe "im gottesdienstlichen Raum nichts verloren".

Diese Kritik wies Gehring am Donnerstag zurück: "Man wird mir meinen Glauben nicht einschränken." Er habe die Parteipolitik aus der Kirche "völlig" herausgehalten, und er würde auch als Bundespräsident immer wieder in die Messe gehen. Im Übrigen sei auch Fischer anlässlich des Papst-Besuchs vor einigen Jahren in die Kirche gegangen.

Wie die anderen beiden Kandidaten hat auch Gehring ein Unterstützungskomitee, das allerdings bei der Pressekonferenz nicht anwesend war. Als "Verfechter der Ehrlichkeit" habe er keine "Show" bieten wollen, erklärte Gehring. Vertreten sind etwa der ehemalige Ärztekammer-Präsident Richard Piaty oder der Universitätsprofessor Wolfgang Waldstein, Mitglied der Abtreibungsgegner "Pro Vita". Wirklich prominente Namen finden sich auf der Liste nicht, für ihn seien aber alle Menschen "gleich prominent und gleich viel wert", erklärte Gehring.

(APA/Red.)