Rot-grüne "Love" am Wissenschaftsball

Hebein und Ludwig
"Love ist in the Air": Hebein und Ludwig am Wissenschaftsball.Wissenschaftsball

Im ausverkauften Rathaus tanzte am Samstag zum fünften Mal die heimische Wissenschaftsszene – und die Spitzen der Stadtpolitik.

Fast hätte man meinen können, dass die Musik bei DJ Tex Rubinowitz für den Anlass bestellt war. So oder so –Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die designierte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne), die sich am gestrigen Wissenschaftsball an ihre künftige Funktion herantastete, ließen sich nicht lange bitten. Und tanzten in der Volkshalle regelrecht ausgelassen – zu «Love is in the Air». Ob Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sich angeschlossen hätte, kann man nur mutmaßen: Er hatte es – nachdem ihn einige rote Studentinnen aufgehalten hatten – gar nicht erst in die Balldiskothek geschafft. 

Das koalitionäre rot-grüne Tänzchen war freilich nicht die einzige Premiere beim fünften Wissenschaftsball im Wiener Rathaus: Neben Bürgermeister Michael Ludwig – der im Vorjahr wenige Stunden vor Ballbeginn zum neuen Parteichef gekürt worden war -, waren am Ball etwa der Chemienobelpreisträger Robert Huber, der Technikoscargewinner Bernd Bickel und Liviu Matei, Vizerektor der Central European University. Diese siedelt nach Repressalien der ungarischen Regierung demnächst aus Budapest nach Wien um: "Wir arbeiten gemeinsam für eine offene Gesellschaft und für eine freie Wissenschaftsszene", sagte Ludwig.

Die heimische Wissenschaftsszene war wie jedes Jahr nahezu vollzählig: Neben dem Minister sowie Wissenschaftsstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) und Ex-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), nunmehr Chef des Wiener Forschungs- und Technologiefonds, waren am Ball zahlreiche Rektoren, darunter erstmals Rektorenchefin Eva Blimlinger, die Chefs von FWF (Klement Tockner), AIT (Wolfgang Knoll) und ISTA (Thomas Henzinger) und neben vielen anderen Forschern der Wissenschaftler des Jahres, Nino Maulide. Ebenfalls unter anderem Forum-Alpbach-Chef Franz Fischler und Schauspieler Cornelius Obonya.

Die Wissenschaft selbst war mit einigen Spielereien vertreten – von tanzenden Magneten auf den Tischen über eine Wärmebildkamera in der Diskothek bis zu heimischem Superfood, von Forschern kuratiert. Das der Bürgermeister natürlich auch verkostete – nicht ohne scherzhaft zu betonen, dass es sich um grüne Erbsen handelte. «Wir stärken uns schon für die Regierungsarbeit», sagte er. Bleibt nur noch die Frage, ob die Ballgäste am Tag danach auch so früh aus den Federn kamen, wie es laut Ludwig mit Seitenhieb auf den Kanzler sonst der Fall ist: «Wien ist eine Stadt, die früh aufsteht und fleißig ist.»