Attersee: "Ich male Nackte, wie andere Leute kochen"

Christian Ludwig Attersee
Christian Ludwig Attersee(c) Michele Pauty
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Am Donnerstag eröffnet im Belvedere 21 seine große Ausstellung. Der Fokus liegt auf dem Frühwerk, in dem er, wie er sagt, seine Bisexualität durchexerzierte. Auch heute ist alles auf seinen Bildern: er selbst.

Die Presse: Ich möchte über zwei Stränge in Ihrem Werk reden, Erotik und Heimat.

Christian Ludwig Attersee: Die Erotik ist allerdings entscheidender Mittelpunkt meiner Arbeit. Weil alles, was man mit Erotik besetzen kann, verspricht stärkere Erlebnismöglichkeiten. Sex ist damit bitte nicht gemeint, das ist etwas Kurzes, Erotik etwas Ewiges. Wirklich erotische Künstler gibt es sehr wenige, ich bin einer davon. Ich habe übrigens auch den Humor in die Kunst eingeführt in den 1960er-Jahren, auch das hat es nicht gegeben, außer bei Wilhelm Busch, wenn man das als Kunst rechnen will. Man muss daran denken, wie ernst die Kunst in den Sechzigern war. Ich habe versucht, den Alltag zu erotisieren und ihn mit Humor und Ironie zu versetzen. Beide Inhalte hatte etwa die Pop-Art nicht, daher bin ich kein Pop-Art- Künstler, wie viele sagen. Ich bin ein Pop-Art-kritischer Künstler.

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