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Brasiliens Ex-Präsident Lula darf nicht zu Beerdigung seines Bruders

Der frühere Präsident Luiz Inacio Lula da Silva - hier auf einem Archivbild - ist wegen Korruption inhaftiert.
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Weder die erforderlichen Fahrzeuge, noch das Personal stünden aufgrund der Dammbruch-Katastrophe im Südosten Brasiliens zum Transport des früheren Staatsoberhauptes zur Verfügung.

Der inhaftierte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva darf nicht an der Beerdigung seines verstorbenen Bruders teilnehmen. Die Richterin Carolina Lebbos wies einen entsprechenden Antrag von Lulas Anwälten mit Verweis auf Stellungnahmen der Bundespolizei und der Staatsanwaltschaft zurück. Lulas Bruder Genival Inacio da Silva war am Dienstag im Alter von 79 Jahren an Krebs gestorben.

Die Bundespolizei riet demnach von einer Genehmigung für Lula ab. Sie verfüge derzeit nicht über die erforderlichen Transportmittel, um Lula zu befördern, hieß es. Auch die zum Schutz Lulas notwendigen Sicherheitskräfte stünden nicht bereit. Die Hubschrauber seien derzeit zur Unterstützung der Opfer von Brumadinho im Einsatz, teilte die Polizei mit Verweis auf die Dammbruch-Katastrophe mit dutzenden Toten im Südosten des Landes mit.

Die Anwälte Lulas hatten die Genehmigung unter Berufung auf einen Gesetzesartikel beantragt, der bei Krankheit oder Tod von Geschwistern Ausgang unter Polizeiaufsicht gewährt. Lula wollte am Dienstagabend an der Totenwache und am Mittwoch an der Trauerfeier teilnehmen.

Der in Brasilien nach wie vor populäre Linkspolitiker Lula sitzt seit April des Vorjahres im Gefängnis, wo er eine zwölfjährige Strafe wegen Korruption verbüßt. Der heute 73-Jährige war schuldig gesprochen worden, von dem in den Petrobras-Skandal verwickelten Baukonzern OAS begünstigt worden zu sein.

Lula beteuert seine Unschuld und spricht von einem "Komplott", das seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im Oktober 2018 verhindern sollte. Aus der Wahl ging der rechtsradikale Politiker Jair Bolsonaro als Sieger hervor, der seit Anfang des Jahres die Geschicke des größten lateinamerikanischen Landes lenkt.