Neues Beitragsmeldesystem kostet Lohnverrechner Nerven

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger lobt das neue System als große Vereinfachung.
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger lobt das neue System als große Vereinfachung.(c) BilderBox
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Arbeitgeber müssen die Beitragsmeldungen für ihre Dienstnehmer ab jetzt monatlich erstatten und nicht mehr nur einmal im Jahr. Das neue, elektronische System wurde als Vereinfachung angepriesen – viele Lohnverrechner erleben im Moment das Gegenteil.

Wien. Bei Lohnverrechnern in Betrieben und Steuerberatungskanzleien rauchen die Köpfe. Grund ist ein neues System für die Beitragsmeldungen an die Sozialversicherung, das seit 1. Jänner gilt. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger lobt es als große Vereinfachung: Es mache „ein Bürokratiemonster unschädlich“, hieß es bei einem Pressegespräch am 16. Jänner. In den Firmen, die damit arbeiten müssen, wird es aber großteils anders wahrgenommen – als beträchtliche Mehrbelastung.

Es geht um die neue „monatliche Beitragsgrundlagenmeldung“, die Unternehmen jetzt für jeden Mitarbeiter erstatten müssen. Sie soll den Lohnzettel, der bisher einmal jährlich – bis Ende Februar – zu erstellen war, mit den monatlichen „Beitragsnachweisungen“, die auf den Gehaltssummen aller Mitarbeiter basieren, zusammenführen. Die neue Software erspare Dienstgebern wie Sozialversicherungsträgern Doppelgleisigkeiten, aber auch langwierige Clearingprozesse, hieß es seitens des Hauptverbands – denn ein elektronisches Clearingsystem klopft die eingemeldeten Daten sofort auf Ungereimtheiten ab. Zudem würden diverse Nachfragen der Sozialversicherungsträger entfallen, weil immer aktuelle Daten vorliegen, um z. B. Pensions- oder Abfertigungsansprüche von Mitarbeitern zu berechnen. Das neue System bringe nicht nur den Sozialversicherungen Einsparungen, auch die Betriebe könnten sich dadurch bis zu 300 Mio. Euro pro Jahr ersparen, so die optimistische Prognose.

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