40 Jahre nach der Islamischen Revolution ist das Land isoliert, das Volk unzufrieden, das Regime gefährdet – und gefährlicher.
Hassan Rohani war bisher meist die Gelassenheit in Person. Angesichts der Wiedereinsetzung der US-Sanktionen durch die Regierung Donald Trumps im Vorjahr, unter deren knebelnden Wirkung die Iraner zusehends ächzen, hat sich der Präsident der Islamischen Republik entweder nicht sonderlich beeindruckt – oder zumindest bereit gezeigt, die Herausforderung anzunehmen und zu meistern. Als er jedoch zum Auftakt der Feiern zum 40-Jahr-Jubiläum der Revolution vor dem Mausoleum des Staatsgründers Ayatollah Khomeini Bilanz zog, schwang beinahe so etwas wie Panik mit.
„Heute ist das Land mit dem größten Druck und den härtesten wirtschaftlichen Sanktionen in den vergangenen 40 Jahren konfrontiert“, konstatierte Rohani. Er klagte die USA an und schwor die Iraner zum Zusammenhalt ein. Bedrängt von den Hardlinern spürt Rohani längst den Druck auch hautnah. Minister mussten reihenweise zurücktreten, er selbst wurde erstmals vors Parlament zitiert, seine Regierung steht vor den Scherben ihrer Öffnungspolitik. Es rumort im Land, und immer öfter machen die Iraner ihrem Unmut in Protesten Luft. „Tod der Diktatur!“, skandierten viele im Vorjahr.