Geschlossene Gesellschaft

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 276. Warum heute fast schon alles „open“ ist.

"Offen“ war bislang die Ausnahme. Man konnte mit offenen Augen durchs Leben gehen, beim Tag der offenen Tür Neues entdecken, und es wurde am offenen Herzen operiert.

Heute ist beinahe alles – Achtung, Sprechblase – „open“. Die Rede ist von open artificial intelligence wie open data, education, innovation, science, source, government, knowledge, library, mind und university, um nur einige „open“-Beispiele von A bis U zu nennen. Ja, richtig, diese „open irgendwas“ färben ab, und wir werden alle offener – hoffentlich.
Ah ja, auch die Onlineshops sind open, und zwar 24/7. Nicht so wie Geschäfte, die abends geschlossen sind, wenn endlich Zeit zum Gustieren wäre. Geschlossenes ist uncool. Sogar die geschlossene Frage. Einzige Ausnahme sind geschlossene Gesellschaften – aber auch nur, wenn man selbst Teil dieser Gesellschaft ist.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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