Die Arbeitslosigkeit sinkt nirgends so stark wie im Tourismus. Aber die Branche hat ein Personalproblem. Das liege auch an der Mindestsicherung, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Wien. Zumindest über zu wenig Schnee kann sich heuer niemand beklagen. Ab Montag hat eine halbe Million Schüler frei – pünktlich zum Ferienstart veröffentlichte das Arbeitsmarktservice (AMS) eine Jubelmeldung: Die Arbeitslosigkeit sank im Jänner mit knapp sieben Prozent in keiner anderen wichtigen Branche so stark wie im Tourismus. Was den AMS-Chef freut, dürfte vielen Hoteliers und Gastronomen eher Kopfzerbrechen bereiten. Der Fachkräftemangel setze den Unternehmen zu, einige müssen Ruhetage einführen oder sogar Teile des Betriebes schließen, so die Klagen aus der Branche.
Während die Unternehmer händeringend Personal suchen, gibt es österreichweit 433.385 Arbeitslose, so die Jännerzahlen. Beim AMS hat man deshalb einen Schwerpunkt auf „überregionale Vermittlung“ gelegt. Konkret heißt das, dass Arbeitslose aus Wien auch Jobs in anderen Bundesländern annehmen müssen. Unter der Bedingung, dass der Dienstgeber eine Unterkunft zur Verfügung stellt und die Arbeitslosen keine Betreuungspflichten haben. Wer so einen Job ablehnt, muss mit einer Sperre des Arbeitslosengeldes rechnen. Diese Sanktionen sind im Vorjahr stark gestiegen. Wiener Gastrobetriebe würden berichten, dass sie deutlich mehr Bewerbungen aus der Hauptstadt haben – weil Menschen Angst hätten, sonst in den „Westen“ vermittelt zu werden, heißt es vom AMS.