In einer Mammutinitiative haben sich Hunderte Forscher globalen Problemen gewidmet. Ihr ehrgeiziges Ziel: Gesellschaften für das 21. Jahrhundert neu zu denken.
Liberale und soziale Staaten stecken in der Krise, gesellschaftliche Utopien haben sich überlebt, und während die Hoffnung auf eine gerechtere Welt schwindet, wiederholen sich in Ländern des globalen Südens die frühen Phasen des westlichen Kapitalismus mit all seiner sozialen Härte. Können wir dennoch auf eine bessere Gesellschaft hoffen?
Diese in ihrer Dimension beinahe metaphysische Frage zu beantworten ist das erklärte Ziel des International Panel on Social Progress (IPSP), ein Zusammenschluss von über 300 Forschenden aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Denn während sich seit Jahrzehnten zahlreiche, oft naturwissenschaftlich und technisch geprägte Expertengremien den Krisen der Welt – vom Niedergang der Artenvielfalt über die chemische Umweltbelastung bis zur Weitergabe von Atomwaffen – widmen, seien die gesellschaftlichen Wurzeln vieler globaler Probleme bisher kaum berücksichtigt worden, schreiben die Wissenschaftler.