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Slow Dating: „Wir wollen ein Eisbrecher sein"

Till Spindler, Karen Roso und Helena Spindler wollen Singles spielend zusammenbringen.
Till Spindler, Karen Roso und Helena Spindler wollen Singles spielend zusammenbringen.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Slow Dating Events Vienna will eine Gegenbewegung zu den schnellen Tinder-Dates schaffen. Dabei kommt man sich hier ziemlich schnell ziemlich nah.

Wien. Zugegeben, am Anfang kommt man sich etwas seltsam vor. Wenn nicht sogar ein bisschen blöd. Da steht man in einem Hinterhof nahe der Mariahilfer Straße in einer Gruppe von Menschen um die 30 Jahre und soll sich irgendwie grüßen. Also herumspazieren, die Hand zum Gruß ausstrecken, dann den anderen aber nicht berühren, sondern die Hand in die Luft ablenken. „Bird Handshake" nennt sich das. Es sieht genauso dämlich aus, wie es klingt. Als Nächstes folgt das Spiegelspiel. Frauen und Männer müssen sich paarweise zusammenfinden, und dann muss er alle Bewegungen nachmachen, die sie macht. Niemand spricht dabei ein Wort. Augenkontakt: sehr erwünscht. Nonverbale Kommunikation? Noch viel mehr.

Was hier im Hinterhaus in der Schottenfeldgasse passiert, ist Teil des Silent-Dating-Programms von Slow Dating Events Vienna (slowdatingevents.at). Das im April 2018 gegründete Unternehmen will ein Gegensatz zur schnelllebigen Onlinedating-Welt à la Tinder sein. „Wir wollen nicht, dass Personen schnell durchgecheckt werden. Beim Slow Dating nehme ich mir bewusst Zeit, um herauszufinden, was in der Person steckt", sagt Helena Spindler aus dem Gründerteam. Dafür wird auf Übungen und Spiele aus dem Teambuilding, Empathie- und Intimitätstrainings zurückgegriffen. Paare müssen sich wie Marionetten verhalten oder bei einem anderen Event gemeinsam Türme bauen oder kochen.