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Bühne

Volx: Ein „Watschenmann“ voll Energie

Sie trägt den 80 Minuten langen „Watschenmann“-Abend: Katharina Klar als junger Heinrich, der sich zu Kriechtieren und Raben hingezogen fühlt.
Sie trägt den 80 Minuten langen „Watschenmann“-Abend: Katharina Klar als junger Heinrich, der sich zu Kriechtieren und Raben hingezogen fühlt.(c) Volkstheater/Christine Miess
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KritikRegisseurin Bérénice Hebenstreit brachte Karin Peschkas Roman kurz und bündig auf die kleine Volkstheater-Bühne. Katharina Klar spielt die Protagonistin stoisch, doch intensiv.

Die Begleitmusik ist fast so schrill wie der Titelheld von „Watschenmann“, einem Stück nach dem gleichnamigen, 2014 erschienen Debütroman von Karin Peschka, das am Donnerstag im Volx/Margareten uraufgeführt wurde. Wenn dieser junge Heinrich (Katharina Klar), der sich im Jahre 1954 von Passanten in Wien misshandeln lassen will, um ihnen den Krieg auszutreiben, offenbar gerade schlimme innerliche Zustände durchmacht, kratzt und heult die Geige von Hristina Šušak besonders aufreibend. Ja, die junge Musikerin lässt sich dann sogar gelegentlich zu einem fast tierischen Schrei hinreißen. Kein Wunder: Heinrich denkt zum Trost oft an Raben.

Regisseurin Bérénice Hebenstreit setzt diese Kompositionen stimmig ein, sie passen zum Bühnenbild Mira Königs. Neonröhren und Wände aus Stoff lassen die Konturen eines Schuppens im Hinterhof erahnen, fünf Setzkästen an der Wand mit allerlei Objekten darin stellen eine Schusterwerkstätte dar. An vier Mikrofonen wird gelegentlich Romanhandlung erzählt. Ein Eimer, ein Sessel, ein Hocker – sonst nichts.